Eigentümer sehen sich bei Sanierungen und Modernisierungen mit anhaltenden Kostensteigerungen konfrontiert. Eine Analyse der Vermittlungsplattform Aroundhome auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass Handwerksleistungen am Eigenheim in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 36,0 Prozent teurer geworden sind. Die Erzeugerpreise für Rohstoffe und Vorleistungsgüter stiegen im selben Zeitraum lediglich um 24,3 Prozent. Der Lohnfaktor hat sich damit zum primären Kostentreiber entwickelt und legte rund 1,5-mal so stark zu wie die Materialseite.
Differenzierte Preisdynamik nach Gewerken und Rohstoffen
Die Teuerung variiert je nach handwerklichem Einsatzbereich erheblich. Spitzenreiter bei den Handwerksleistungen sind Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen mit einem Preissprung von 81,7 Prozent. Deutliche Zuwächse verzeichnen zudem die Gebäudeautomation mit 49,1 Prozent, Beschlagarbeiten mit 44,1 Prozent sowie Verglasungen mit 42,6 Prozent. Auch Dachdeckungsarbeiten legten um 40,9 Prozent zu, gefolgt von Tischler- und Klempnerarbeiten mit 40,4 beziehungsweise 38,9 Prozent. Deutlich moderater fiel der Zuwachs bei Gerüstarbeiten mit 20,6 Prozent, Zimmerarbeiten mit 22,4 Prozent sowie Maurer- und Betonarbeiten mit rund 23 bis 24 Prozent aus.
Auf der Materialseite trieben insbesondere Energieversorgungsträger die Indizes nach oben. Energie verzeichnete ein Plus von 56,2 Prozent, Kohle legte um 42,6 Prozent zu, und Steine sowie Erden verteuerten sich um 41,9 Prozent. Glas- und Keramikwaren erhöhten sich um 32,4 Prozent, Erdöl und Erdgas um 28,7 Prozent. Demgegenüber zeigten sich Segmente wie Holz mit 13,3 Prozent, Gummi- und Kunststoffwaren mit 13,6 Prozent sowie Metalle mit 14,3 Prozent Preisanstieg im selben Fünfjahresfenster vergleichsweise preisstabil.
Konkrete Mehrbelastungen bei klassischen Modernisierungen
Die kumulierte Verteuerung von Arbeits- und Materialkosten schlägt sich spürbar in exemplarischen Maßnahmen an Bestandsbauten nieder:
- —Dachsanierung: Eine Neueindeckung von rund 100 Quadratmetern Dachfläche kostet aktuell im Schnitt 13.000 Euro gegenüber 9.510 Euro im Jahr 2021 — dies entspricht einer Erhöhung um 36,7 Prozent.
- —Fenstertausch: Für den Einbau von zehn Kunststofffenstern fallen durchschnittlich 9.300 Euro an, während dieselbe Leistung vor fünf Jahren noch mit 6.910 Euro zu Buche schlug (plus 34,6 Prozent).
- —Fassadenanstrich: Ein Neuanstrich für rund 100 Quadratmeter Fläche verteuerte sich von 8.010 Euro im Jahr 2021 auf rund 10.200 Euro im Jahr 2025, bedingt vor allem durch 31,0 Prozent höhere Malerhonorare.
Dagmar Faltis, Geschäftsführerin bei Aroundhome, weist darauf hin, dass Investitionen in Bestandsimmobilien für deren Werterhalt und Zukunftsfähigkeit unerlässlich bleiben. Aufgrund der teils erheblichen Preisspannen zwischen einzelnen Betrieben und Gewerken empfiehlt sie Immobilieneigentümern eine vorausschauende Projektierung sowie den sorgfältigen Vergleich mehrerer Fachangebote.














