Der Markt für Lager- und Logistikflächen im Rhein-Main-Gebiet stabilisiert sich zusehends. Nach Erhebungen des Beratungshauses NAI apollo belief sich das Vermietungsergebnis im dritten Quartal auf 167.400 Quadratmeter. Damit stieg der Flächenumsatz im bisherigen Jahresverlauf kontinuierlich an und erreichte das stärkste Quartalsresultat seit Ende 2023. Auf die ersten neun Monate summiert sich das Volumen auf 393.400 Quadratmeter. Dieser Wert markiert das beste Zwischenergebnis seit dem Rekordjahr 2021 und liegt um 4,2 Prozent über dem Fünfjahresschnitt, wenngleich das Zehnjahresmittel von 432.600 Quadratmetern verfehlt wurde.
Getragen wird der Aufschwung insbesondere von Einheiten oberhalb von 10.000 Quadratmetern. Dieses Segment generierte 235.500 Quadratmeter, wovon fast die Hälfte im dritten Quartal kontrahiert wurde. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von nahezu 90 Prozent. Großflächen dominieren das Marktgeschehen mit einem Anteil von 59,9 Prozent, was einen Zehnjahreshöchststand darstellt. Während Flächen unter 1.500 Quadratmetern auf 35.900 Quadratmeter zulegten, büßte das mittlere Segment zwischen 1.500 und 10.000 Quadratmetern 38,2 Prozent ein und kam auf 122.000 Quadratmeter.
Branchennachfrage und signifikante Abschlüsse
Zu den größten Anmietungen zählt der im zweiten Quartal vollzogene Kontrakt von Siemens über rund 32.000 Quadratmeter Hallenfläche in Offenbach am Main. Im Sommer folgte der durch NAI apollo begleitete Abschluss über knapp 30.000 Quadratmeter Hallenbestand in Nieder-Olm durch eine Tochtergesellschaft eines internationalen Handelskonzerns. Transport-, Lager- und Logistikbetriebe bilden mit 235.100 Quadratmetern die mit Abstand stärkste Nachfragegruppe und konnten ihr Vorjahresergebnis fast verdoppeln. Dahinter folgen Unternehmen aus Industrie und verarbeitendem Gewerbe mit 47.100 Quadratmetern sowie der Handel mit 41.700 Quadratmetern.
Das Marktgeschehen stützt sich gegenwärtig fast vollständig auf den Bestand. Mit 339.600 Quadratmetern entfielen 86,3 Prozent des Umsatzes auf Bestandsbauten, während das Neubausegment lediglich 53.800 Quadratmeter beisteuerte. Dieser Anteil von 13,7 Prozent markiert den niedrigsten Neunmonatswert der vergangenen zehn Jahre. Das Defizit ist vor allem auf ein knappes Angebot zurückzuführen und weniger auf mangelndes Nutzerinteresse.
Ausblick auf die Neubaupipeline und Mietentwicklung
Für die kommenden 18 bis 24 Monate zeichnet sich eine Belebung der Bauaktivität ab; prognostiziert werden mehr als 300.000 Quadratmeter neue Logistikfläche. Baytree plant in Nieder-Olm auf einem ehemaligen Mercedes-Benz-Areal die Errichtung von rund 50.000 Quadratmetern, wobei die Abbrucharbeiten noch im laufenden Jahr starten. Auf dem Gelände des früheren Industrieparks Griesheim in Frankfurt realisiert Swiss Life außerdem rund 60.000 Quadratmeter Logistikfläche. Die Spitzenmiete für Einheiten ab 5.000 Quadratmetern stieg unterdessen um 10 Cent und notiert zum Ende des dritten Quartals bei 9,00 Euro pro Quadratmeter.
- —Flächenumsatz nach drei Quartalen mit 393.400 Quadratmetern über dem Fünfjahresschnitt
- —Großflächen ab 10.000 Quadratmetern erreichen Rekordanteil von 59,9 Prozent
- —Logistikdienstleister stellen mit 235.100 Quadratmetern die dominante Nachfragegruppe
- —Spitzenmiete für Logistikflächen ab 5.000 Quadratmetern klettert auf 9,00 Euro pro Quadratmeter













