WaVe-X, der Venture-Capital-Arm der österreichischen Walter Group, beteiligt sich an dem Berliner Technologieunternehmen Conlio. Das Start-up fokussiert sich auf die Automatisierung administrativer Abläufe und Finanzprozesse im europäischen Straßengüterverkehr mittels künstlicher Intelligenz. Insgesamt beläuft sich das von Conlio bislang eingeworbene Kapital auf 6,4 Millionen Euro.
Die jüngste Finanzierungsrunde wird von Piton Capital angeführt. Neben WaVe-X beteiligen sich auch Haufe Group Ventures sowie das Fiege-Investmentvehikel F-LOG als Co-Investoren. Die Walter Group stellt neben finanziellen Mitteln ihre langjährige Branchenerfahrung im europäischen Straßengüterverkehr zur Verfügung, um die Skalierung des Berliner Unternehmens operativ zu begleiten.
Automatisierte Dokumentenprüfung im Straßengüterverkehr
Im europäischen Transportsektor binden manuelle Prüfvorgänge erhebliche Ressourcen. Dokumente wie Frachtbriefe, Abliefernachweise und Rechnungen liegen häufig in unterschiedlichen Formaten sowie verschiedenen Sprachen vor, was die Rechnungsstellung und Abrechnung traditionell verzögert. Conlio bietet eine KI-basierte Softwareplattform, die diese Belege erfasst, inhaltlich prüft und Unstimmigkeiten bei Zahlungen identifiziert.
- —Automatisierung von mehr als 90 Prozent der regulären Dokumentenprüfungen
- —Steigerung des operativen Ergebnisses (EBIT) bei Speditionsunternehmen um bis zu 30 Prozent
- —Beschleunigung von Rechnungslegung und Zahlungsflüssen entlang der Transportkette
Gegründet wurde das Technologieunternehmen von Dr. Claudio Consul, der zuvor als Senior Vice President of Product bei einem digitalen Speditionsbetrieb tätig war. Consul betonte, dass die manuelle administrative Komplexität hinter Transportbelegen und Abrechnungen die Effizienz im Sektor nachhaltig hemmt. Conlio kooperiert bereits mit Speditionen in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Dänemark.
Mittelverwendung und europäische Wachstumspläne
Thomas Muscher, Managing Director von WaVe-X, hob hervor, dass künstliche Intelligenz derzeit den Schritt von Pilotanwendungen in die Kernprozesse der Speditionsbranche vollziehe. Indem unstrukturierte Frachtdokumente in verifizierte Transaktionsdaten überführt werden, bilde die Technologie das Fundament für automatisierte Workflows in der Finanzabwicklung.
Das frische Kapital soll gezielt eingesetzt werden, um das eigene Technologieteam in Berlin auszubauen, die Softwareplattform funktionell zu erweitern und die weitere Expansion in den europäischen Logistikmärkten voranzutreiben.














