Die Landmarken AG hat am 2. Oktober den Kaufvertrag für eine Fläche von circa 10.000 Quadratmetern am Stadthafen Münster unterzeichnet. Verkäufer war die Stadtwerke Münster GmbH. Dieser Erwerb stellt einen wesentlichen Fortschritt für die Entwicklung der direkt am Wasser gelegenen Konversionsfläche zwischen Hafenweg und Hafenbecken dar. Das Vorhaben der Landmarken AG vervollständigt als finale Komponente die Gesamtentwicklung auf dem ehemaligen Osmo-Areal.
Das Konzept der Landmarken AG sieht die Integration von Wohnraum, einschließlich geförderter Einheiten, mit Büro- und Dienstleistungsflächen sowie Gastronomie- und Freizeitangeboten vor. Geplant sind unter anderem drei sechsgeschossige Wohngebäude mit insgesamt 115 Wohneinheiten, ein Hotel mit Rooftop-Bar, umfassende Grünflächen sowie ein zentraler öffentlicher Platz am Wasser. Nach der Rückgabe des Grundstücks durch die LVM Versicherung an die Stadtwerke im Dezember 2014 wurde ein Investorenauswahlverfahren initiiert, in dem sich die Landmarken AG durchsetzen konnte.
Planungsdetails und architektonische Ausrichtung
Die Bewertung im mehrstufigen Verfahren der Stadtwerke mit Unterstützung der Stadt Münster umfasste Kriterien wie architektonische Qualität, Funktionalität, den Mehrwert für die Stadtgesellschaft, die Realisierungskompetenz sowie den Kaufpreis des Grundstücks. Stadtbaurat Robin Denstorff hob hervor, dass das Konzept durch seine städtebauliche Qualität überzeuge und neuen Wohn- und Arbeitsraum mit vielfältigen Nutzungsangeboten verknüpfe. Insbesondere die Rooftop-Bar und der Platz am Wasser wurden als potenzielle Treffpunkte genannt, die ein facettenreiches neues Stück Münster schaffen und den Stadtraum am Hafenbecken bereichern sollen.
Für den Entwurf zeichnen die münsterschen Architekten Kleihues + Kleihues verantwortlich. Jan Kleihues beschreibt den Ansatz als Fortführung und Transformation klassischer Hafenarchitektur zu einer modernen, zukunftsfähigen und nachhaltigen Architektur, die einen identitätsstiftenden Ort generieren soll. Die Freiraumplanung, inklusive der Grünflächen und des zentralen Platzes, wurde durch das ebenfalls in Münster ansässige Büro brandenfels landscape + environment entwickelt. Jens Kreiterling, Vorstand der Landmarken AG, betonte den Anspruch des Unternehmens, Beiträge zu leisten, die über die Anforderungen von Verfahren hinausgehen und eine positive Wirkung für die Stadt entfalten.
Umfang des neuen Quartiers
Das Konzept der Landmarken AG sieht im Anschluss an das Gebäude des Coppenrath-Verlags drei sechsgeschossige Wohngebäude vor, die auf rund 10.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche Raum für 115 Wohnungen unterschiedlicher Formen schaffen. Ein Drittel der Wohnfläche ist für öffentlich geförderte Einheiten vorgesehen. Im Erdgeschossbereich zum Hafenweg und zur Hafenpromenade sind Gewerbeflächen geplant, die zur Belebung des Stadtraums beitragen sollen. Eine Tiefgarage mit über 200 Stellplätzen ist unterirdisch vorgesehen. Zwischen den Gebäuden sind Grün- und Spielflächen für die Bewohner vorgesehen, wobei der Blick aufs Wasser vom Hafenweg aus teilweise frei bleiben wird.
Östlich der Wohngebäude schließt ein viergeschossiges Gebäude an, das über einer gastronomischen Nutzung im Erdgeschoss drei Büroetagen vorsieht. Eine Fläche am ehemaligen Standort des Coconut Beach wird als zentraler Begegnungsort mit hoher Aufenthaltsqualität am Hafenbecken gestaltet. Auf der Ostseite des Grundstücks ist ein Hotel mit bis zu 200 Zimmern geplant, dessen öffentlich zugängliche Rooftop-Bar in etwa 50 Metern Höhe Ausblicke über Stadt und Hafen bieten soll. Ein weiteres sechsgeschossiges Gebäude am Übergang zum Speicher ergänzt das Landmarken-Projekt mit verschiedenen gewerblichen Nutzungsoptionen. Die Promenade entlang des Hafenbeckens wird vervollständigt, und Durchgänge zwischen den Gebäuden sollen Verbindungen vom Hafenbecken zum Hafenweg schaffen. Die Realisierung ist in einem Zug geplant, die Erschließung erfolgt über die verlängerte Ewaldistraße und den westlichen Hafenweg.
Die planungsrechtliche Grundlage bildet der Bebauungsplan Nr. 600/Stadthafen Nord, der sich in der finalen Erarbeitungsphase befindet. Das Plangebiet, das auch die Baufelder der Architekten Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing sowie den Bereich um den Speicher der Familie Kuhr umfasst, entwickelt zwischen Stadthafen und Schillerstraße ein neues Quartier zum Wohnen, Arbeiten und Leben. Geplant sind nach derzeitigem Stand 800 bis 900 Wohnungen, Büro- und Dienstleistungsnutzungen, Gastronomie, zwei Hotels und eine Kita. Die Anbindung erfolgt im Westen an den Hafenmarkt und im Norden an die Wohnbebauung um Ewaldi- und Querstraße. Die Projekte werden durch eine gemeinsame Freiraumgestaltung mit attraktiven Aufenthaltsbereichen sowie guten Fuß- und Radverbindungen verknüpft, wobei der Pkw-Verkehr in Tiefgaragen unter den Grundstücken untergebracht wird.














