In der Heinrich-Heine-Straße in Berlin-Mitte hat ein Neubauprojekt für junge Auszubildende eine wichtige Etappe erreicht. Im Mai bezogen die ersten Bewohner die neuen Räumlichkeiten, gefolgt von der offiziellen Eröffnung des Gebäudes. Dieses Projekt wurde im Auftrag des Dachvereins Kolping Jugendwohnen e. V. vom Architekturbüro DMSW realisiert. Es umfasst etwa 100 Einzelzimmer, großzügige Gemeinschaftsflächen sowie Büros für die erforderliche pädagogische Betreuung.
Das Vorhaben schafft an der Kreuzung Heinrich-Heine-Straße und Dresdener Straße einen zentralen Ort, der bezahlbaren Wohnraum, Gemeinschaftsleben und sozialpädagogische Begleitung in der Bundeshauptstadt miteinander verbindet. Der sechsgeschossige Neubau erstreckt sich über eine Bruttogeschossfläche von mehr als 4.500 Quadratmetern. Die geknickte Gebäudeform integriert sich in die Ecklage und vervollständigt die innerstädtische, straßenbegleitende Blockbebauung.
Ausstattung und Konzept
Das Wohnangebot für Auszubildende wird durch umfangreiche Infrastruktur ergänzt. Dazu gehören große Gemeinschaftsküchen, diverse Lern- und Aufenthaltsräume sowie barrierearme Wohnmöglichkeiten. Vielfältige Bereiche sind für Zusammenkunft, Austausch und das gemeinsame Lernen und Leben konzipiert. Julia Dahlhaus, Architektin und Geschäftsführerin von DMSW, erläuterte die Leitidee des Projekts, derzufolge Architektur nicht nur bezahlbaren Wohnraum schaffen, sondern auch Begegnung und Gemeinschaft fördern soll. Dies verstehe man als gesellschaftliches Werkzeug und das Gebäude als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.
- —Im Erdgeschoss befinden sich Gemeinschaftsflächen, Verwaltungsbereiche und eine Außenanlage mit Fitnesseinrichtungen.
- —Die Wohngeschosse sind mit Wohnküchen ausgestattet, welche als zentrale Treffpunkte das Miteinander fördern.
- —Jede Wohneinheit verfügt über ein eigenes Bad.
- —Das Staffelgeschoss beherbergt Seminarräume, einen Begegnungsraum sowie eine großzügige Dachterrasse.
Energieeffizienz und Finanzierung
Bei der Planung des Neubaus wurde auf eine energieeffiziente Bauweise geachtet. Das Gebäude wurde als KfW-55-Energieeffizienzhaus realisiert. Ein integraler Bestandteil des Konzepts sind Solarthermieanlagen auf den Dächern, ein innovatives Heizsystem und die Nutzung von Grauwasser zur umweltfreundlichen Energiegewinnung und Ressourcenschonung. Henrik Beer, Geschäftsführer der Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte gGmbH, betonte, dass der Neubau ein Wohnangebot darstellt, das speziell auf die Bedürfnisse von Auszubildenden zugeschnitten ist. Dies sei angesichts des knappen Wohnraums relevant, um jungen Menschen den Einstieg in Ausbildung und Berufsleben zu erleichtern.
Das Projekt erfuhr über Jahre hinweg eine breite Unterstützung durch Spendenaktionen, Veranstaltungen und persönliche Initiativen, insbesondere vonseiten der Kolpingfamilie. Dieses Engagement ermöglichte die Realisierung des Vorhabens, das nun jungen Menschen eine Perspektive in Berlin bietet.














