Das zweiphasige städtebauliche Qualifizierungsverfahren für das Areal Oskar-Jäger-Straße südlich Low Line in Köln ist abgeschlossen. Unter dem Vorsitz von Professor Kraemer zeichnete die Empfehlungskommission den Entwurf von ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH gemeinsam mit GREENBOX Landschaftsarchitekten mit dem ersten Preis aus. Das Plangebiet befindet sich im Kölner Westen im Übergangsbereich der Stadtteile Ehrenfeld und Lindenthal.
Als Vorhabenträger fungiert ein Joint Venture aus DIE WOHNKOMPANIE NRW und Art-Invest Real Estate. Die Partner beabsichtigen, das rund 3,5 Hektar große Grundstück zu einem gemischt genutzten Quartier zu entwickeln. Das städtebauliche Programm sieht die Schaffung von rund 450 Wohnungen sowie circa 15.000 Quadratmetern Gewerbefläche vor, die entlang der künftigen Grün- und Wegeachse Low Line angeordnet werden.
Fünf Teilbereiche und großflächige Entsiegelung
Der prämierte Entwurf gliedert die unterschiedlichen baulichen Nutzungen in fünf Abschnitte. Das Gremium hob insbesondere die klare Raumordnung sowie die Verbindung von Wohnen, Gewerbe, Mobilität und landschaftsplanerischen Qualitäten hervor. Das bisher schwer zugängliche Areal wird über neue Wegestrukturen geöffnet und eng an das bestehende Stadtgefüge angebunden. Entlang der ehemaligen Bahntrasse entsteht ein Park, der vormals intensiv genutzte Flächen weiträumig entsiegelt.
Das Wettbewerbsverfahren führten die beiden Vorhabenträger in Abstimmung mit der Stadt Köln durch. Insgesamt sieben interdisziplinäre Teams aus Stadtplanung und Landschaftsarchitektur reichten Beiträge ein. In die zweite Phase rückten vier Arbeitsgemeinschaften vor, die ihre Konzepte auf Basis von Empfehlungen des Fachgremiums und Hinweisen aus einer Bürgerinformationsveranstaltung überarbeiteten, bevor am 13. Oktober die finale Entscheidung fiel.
Grundlage für das Bebauungsplanverfahren
Nach Einschätzung der Projektbeteiligten markiert das Ergebnis einen wesentlichen Meilenstein für die westliche Kölner Stadtentwicklung. Andree Haack, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Planen und Bauen der Stadt Köln, verwies auf den dringend benötigten Wohnraum sowie die Bedeutung der Entsiegelung für den ersten Baustein der Low Line. Katrin Eming, Geschäftsführerin der WOHNKOMPANIE NRW, kündigte an, den Entwurf nun als Fundament für das anstehende Bebauungsplanverfahren zu nutzen. Arne Hilbert, Geschäftsführer bei Art-Invest Real Estate, betonte den Mehrwert der modernen Gewerbeflächen für den lokalen Arbeitsmarkt.
- —Areal: Rund 3,5 Hektar an der Oskar-Jäger-Straße in Köln-Ehrenfeld
- —Wohnungsbau: Geplant sind etwa 450 Wohneinheiten
- —Gewerbe: Circa 15.000 Quadratmeter Gewerbefläche für Dienstleistungen und Unternehmen
- —Freiraum: Anbindung an die künftige Grün- und Wegeachse Low Line














