Die KARL-Gruppe aus Hengersberg hat das Distributionszentrum der WECK glass and packaging GmbH in Alfter bei Bonn erworben. Die Transaktion, die im Rahmen eines Sale-and-Lease-Back-Verfahrens stattfand, ermöglicht es WECK, den Standort an der Maarbachstraße / Alter Heerweg, welcher sich unmittelbar an der Bonner Stadtgrenze befindet, weiterhin operativ zu nutzen. Der Abschluss der Transaktion erfolgte weniger als vier Wochen nach dem Erstkontakt im Februar 2026, was eine zügige Abwicklung signalisiert.
Die WECK glass and packaging GmbH mietet die Liegenschaft, die eine Gesamtmietfläche von rund 19.515 Quadratmetern umfasst, langfristig zurück. Diese Fläche entfällt nahezu vollständig auf Hallen- und Logistikbereiche. Das Areal erstreckt sich auf einem Grundstück von etwa 33.900 Quadratmetern, welches zudem 125 Stellplätze bereitstellt. Die Immobilien sind über Rampen, Ladebrücken und Sektionaltore erschlossen und bieten eine direkte Anbindung an das benachbarte WECK-Glaswerk, das nicht Teil dieser Veräußerung war.
Die Lage in Alfter bietet eine strategisch günstige Anbindung an das regionale und überregionale Verkehrsnetz. Der Standort ist über die Bundesstraße B56 in nur 300 Metern Entfernung sowie die Autobahnen A565 und A59 direkt an das Autobahnnetz der Metropolregion Köln/Bonn angeschlossen, was die logistische Bedeutung des Areals unterstreicht.
Strategische Bedeutung der Transaktion
Die langfristige und wertgesicherte Rückanmietung gewährleistet die Fortführung des operativen Betriebs am Standort ohne Unterbrechung. André Karl, Geschäftsführer der KARL-Gruppe, betonte, dass der Erwerb die Strategie des Unternehmens fortsetze, Immobilien zu kaufen und zu strukturieren. Er hob hervor, dass die langfristige Rückanmietung eine stabile Planbarkeit schaffe und die nachhaltige Qualität des Investments untermauere. Zudem zeige die Transaktion, dass auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld attraktive Chancen realisierbar seien, sofern alle Beteiligten partnerschaftlich, schnell und lösungsorientiert agierten.
Angermann NRW war bei dieser Transaktion exklusiv vermittelnd tätig. Patrick Sohns, geschäftsführender Gesellschafter der Angermann NRW GmbH, führte aus, dass die rasche Beurkundung der Transaktion innerhalb von knapp vier Wochen auf einen kapitalstarken Käufer mit kurzen Entscheidungswegen sowie auf einen von Anfang an auf Abschluss ausgerichteten Prozess zurückzuführen sei. Paul Rieker, Investment Manager bei Angermann NRW, merkte an, dass mittelständische Unternehmen zunehmend erkennen, dass ihr Grundstück ein wertvolles Finanzierungsinstrument darstellt. Ein Sale-and-Lease-Back werde dabei nicht als Notverkauf, sondern als strategische Entscheidung verstanden, Kapital im Betrieb und nicht in der Immobilie zu binden.
Kapitalfreisetzung im Mittelstand
Diese Art der Transaktion reflektiert einen aktuellen Trend im Mittelstand, Betriebsimmobilien als Kapitalquelle zu nutzen. Angesichts steigender Finanzierungskosten und einer zunehmenden Zurückhaltung seitens der Banken stellt die eigene Betriebsimmobilie eine Möglichkeit dar, gebundenes Kapital freizusetzen, das anschließend im operativen Geschäft effektiver eingesetzt werden kann. Eine langfristige, wertgesicherte Rückanmietung wandelt den Verkauf somit nicht in einen Rückzug um, sondern sichert den Unternehmensstandort. Für Investoren entstehen hieraus Objekte mit kalkulierbarem Cashflow und einem Nutzer, der eine langjährige Bindung an den Standort aufweist. Über den konkreten Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.














