Deutsche institutionelle Investoren richten ihren Blick verstärkt auf Nordamerika. Rund 35 Prozent der Marktteilnehmer können sich vorstellen, direkt oder indirekt Kapital in kanadische Immobilien zu allokieren. Etwa 20 Prozent der befragten Adressen halten bereits entsprechende Bestände in ihren Portfolios. Dies belegt eine Erhebung, die das Beratungsunternehmen RUECKERCONSULT im August und September 2026 im Auftrag des Investmentmanagers Fiera Real Estate durchgeführt hat.
Wenzel Hoberg, Global Head of Real Estate bei Fiera Real Estate, bewertet das Interesse von mehr als einem Drittel der Investoren als erfreuliches Signal. Europäische Akteure erkennen nach seiner Einschätzung zunehmend die strukturellen Vorzüge des Standorts. Kanada zeichne sich neben einem stabilen Wirtschaftswachstum vor allem durch einen kontinuierlichen Zuwachs der Bevölkerung aus, der maßgeblich von qualifizierter Zuwanderung getragen werde. Diese demografische Dynamik sorge über alle Segmente hinweg für eine verlässliche Nachfrage.
Wohnimmobilien dominieren die Nutzungspräferenzen
Bei der Wahl der Nutzungsarten zeichnet sich eine deutliche Priorisierung ab. Mit 86 Prozent favorisiert die überwiegende Mehrheit der interessierten Adressen Wohnimmobilien. Es folgen Logistikflächen mit 43 Prozent und Büroimmobilien mit 29 Prozent. Die Segmente Einzelhandel sowie Gesundheitsimmobilien stoßen mit jeweils 14 Prozent auf eine geringere Nachfrage. Hoberg erläutert, dass viele Institutionelle bereits substanzielle Wohnungsbestände im Heimatmarkt Deutschland halten und durch Engagements in Kanada gezielt innerhalb dieser Anlageklasse diversifizieren wollen.
- —Wohnimmobilien führen das Nutzungsinteresse mit 86 Prozent an
- —Logistikobjekte folgen mit 43 Prozent vor Büroflächen mit 29 Prozent
- —Einzelhandel und Healthcare erreichen jeweils einen Zuspruch von 14 Prozent
Anlagehorizonte, Risikoprofile und Renditeerwartungen
Hinsichtlich des Investitionszeitpunkts plant das interessierte Drittel der Anleger entsprechende Transaktionen innerhalb der kommenden zwei bis vier Jahre. Beim Risikoprofil verfolgen viele Befragte parallele Strategien. Rund 71 Prozent favorisieren Core- sowie Core-Plus-Ansätze, während 57 Prozent Investitionen im Segment Value-Add in Betracht ziehen. Opportunistische Strategien können sich 29 Prozent der Befragten vorstellen. Die Erwartungen an den Gesamtertrag bewegen sich auf anspruchsvollem Niveau: 57 Prozent der Interessenten kalkulieren mit einem Total Return von mehr als 8,0 Prozent pro Jahr, während 43 Prozent eine Zielrendite zwischen 5,0 und 6,0 Prozent ansetzen.
An der Umfrage nahmen insgesamt 20 institutionelle Akteure teil. Das Teilnehmerfeld setzte sich aus Banken mit 35 Prozent, Pensionskassen und Versorgungswerken mit jeweils 25 Prozent sowie Versicherungen mit 10 Prozent und kirchlichen Einrichtungen mit 5 Prozent zusammen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer, genau 55 Prozent, verwaltet ein Immobilienvermögen von unter 500 Millionen Euro. 15 Prozent betreuen Bestände zwischen 500 Millionen und 1,0 Milliarde Euro, ein Viertel liegt im Bereich von 1,0 bis 5,0 Milliarden Euro, und 5 Prozent verwalten Volumina von mehr als 5,0 Milliarden Euro.














