Professionelle Investoren aus Deutschland beabsichtigen, ihre Immobilienquoten in den Gesamtportfolios trotz eines anspruchsvollen Marktumfeldes stabil zu halten. Dies ist ein zentrales Ergebnis der fünfzehnten, jährlich von Universal Investment durchgeführten Immobilien-Umfrage. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft befragte hierfür im Juli und August 2026 institutionelle Investoren zu ihrem Anlageverhalten und ihren Markterwartungen.
Die teilnehmenden Pensionseinrichtungen, Versicherungen, Kreditinstitute und Unternehmen aus Deutschland, die ein verwaltetes Vermögen von rund 355 Milliarden Euro repräsentieren, halten aktuell durchschnittlich 23 Prozent ihrer gesamten Investments in Immobilien. Dieser Wert soll in den kommenden zwölf Monaten beibehalten werden. Als maßgebliche Argumente für Immobilien als Anlageklasse nannten die Teilnehmer stabile laufende Erträge (67 Prozent), gefolgt von Inflationsschutz und einer geringen Korrelation zu anderen Anlageklassen (jeweils 63 Prozent). Kurt Jovy, Head of Real Estate bei Universal Investment, betonte, dass sich Immobilien über Jahrzehnte als sinnvoller Portfoliobaustein erwiesen haben, was für Investoren bedeutsamer sei als kurzzeitige Entwicklungen.
Bewertung und Regionale Diversifikation
Im Hinblick auf aktuelle Bewertungen erwarten 91 Prozent der Befragten weitere Preisanpassungen nach unten. Bei Neuinvestitionen schätzen 62 Prozent der Investoren in Deutschland die Preise als hoch, aber noch akzeptabel ein, während dies für Europa ohne Deutschland nur 47 Prozent zutrifft. Ein Fünftel der Befragten hält die Preise in Europa für fair, ein weiteres Fünftel sieht hier sogar Kaufgelegenheiten. Für Deutschland sind lediglich knapp 5 Prozent der Ansicht, dass die Immobilienpreise im Durchschnitt aller Immobilienarten fair bewertet sind. Dies markiert eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr, als die Preise in den verschiedenen Regionen attraktiver beurteilt wurden. Die Preisentwicklung und Bewertungen sind für 83 Prozent der Umfrageteilnehmer die aktuell drängendsten Themen, gefolgt von Finanzierungsfragen (63 Prozent). Jeder zweite Befragte (50 Prozent) empfindet die Fremdkapitalbeschaffung als erschwert, 21 Prozent sogar als deutlich erschwert.
Die Anlageregion Deutschland dominiert weiterhin und ist für 75 Prozent der Befragten der primäre Markt im Immobilienportfolio. Es folgen das weitere Europa (21 Prozent), Nordamerika (2 Prozent) und der Asien-Pazifik-Raum (1 Prozent). Die Ergebnisse unterstreichen einen Trend zur stärkeren internationalen Diversifikation, welcher sich bereits im Vorjahr abzeichnete. Investoren möchten künftig verstärkt die heterogenen Möglichkeiten der Immobilien als Assetklasse nutzen. Der Anteil an Nordamerika soll bei zukünftigen Investitionen auf etwa vier Prozent steigen, jener für Asien auf knapp zwei Prozent. Deutschland wird mit 73 Prozent weiterhin den größten Anteil an Neuinvestitionen ausmachen, während Europa auf knapp 22 Prozent ansteigen soll.
Sektorale Neuausrichtung und Marktströmungen
Auch in der sektoralen Allokation sind Veränderungen erkennbar. Der Büroanteil soll von durchschnittlich 34 Prozent auf knapp 28 Prozent reduziert werden. Im Gegenzug ist eine deutliche Steigerung des Wohnanteils von aktuell 36 Prozent auf durchschnittlich 41 Prozent vorgesehen. Jovy erläuterte, dass das Wohnsegment sich durch moderne Wohnformen für Senioren, Studenten oder Berufspendler weiterentwickelt und dies das Investoreninteresse steigert. Logistikimmobilien, die bereits im Vorjahr an Gunst gewannen, sollen einen leichten Zuwachs von 13 auf 14 Prozent verzeichnen. Die Gewichtungen von Einzelhandelsimmobilien und Hotels sollen mit rund neun beziehungsweise gut zwei Prozent des gesamten Immobilienportfolios stabil bleiben.














