Das in Boston ansässige Technologieunternehmen HqO hat den Start seiner neuen Plattform REX bekannt gegeben. Das System nutzt künstliche Intelligenz, um Datenbestände und betriebliche Arbeitsabläufe in gewerblichen Immobilienportfolios zu bündeln und operativ nutzbar zu machen. Der internationale Rollout erfolgt nach einer neunmonatigen Betaphase zunächst in 24 Ländern, darunter den Vereinigten Staaten.
Technologische Grundlage der Anwendung ist das sogenannte Digital Grid von HqO, das laut Unternehmensangaben eine portfolioübergreifende Datenstruktur für Gewerbeimmobilien bereitstellt. REX greift auf Kennzahlen zu Objekten sowie Nutzern zu und führt bislang getrennte Gebäudedaten in einem einheitlichen Datensatz zusammen. Ziel ist es, Eigentümern und Verwaltern verwertbare Erkenntnisse bereitzustellen, noch bevor buchhalterische Monats- oder Jahresabschlüsse vorliegen.
Automatisierte Abläufe und präventives Mietermanagement
Die Plattform arbeitet als sogenannte agentische KI, bei der Anwender feste Handlungsspielräume und Rahmenbedingungen vorgeben können. Innerhalb dieser Grenzen unterbreitet REX operative Vorschläge oder führt vordefinierte Prozesse eigenständig aus. Der Name leitet sich lose von der englischen Bezeichnung real estate experience ab.
- —Automatische Weiterleitung und Priorisierung eingehender Serviceanfragen
- —Vorbeugende Steuerung von Instandhaltungs- und Wartungsaufgaben
- —Erkennung von Risiken bei anstehenden Mietvertragsverlängerungen anhand von Nutzerdaten
- —Erstellung von Lageberichten und Analysen über eine Dialogschnittstelle in natürlicher Sprache
Chase Garbarino, Mitgründer und Chief Executive Officer von HqO, erläuterte, dass das System von Mieterkampagnen per E-Mail bis hin zu komplexen Analysen reicht. Indem Faktoren wie die tatsächliche Gebäudenutzung und Rückmeldungen aus Mieterbefragungen erfasst werden, lasse sich die Zufriedenheit der Mieter gezielt überwachen. Dies helfe Eigentümern dabei, frühzeitig einzugreifen, um Leerstände zu vermeiden und Mietverhältnisse langfristig zu sichern.
Begleitende Expertenbetreuung für Eigentümer
Parallel zur Softwareeinführung hat HqO eine interne Spezialistengruppe gegründet. Dieses Team soll direkt mit den operativen Einheiten der Kunden zusammenarbeiten, um die Integration der Technologie in bestehende Verwaltungsstrukturen zu begleiten und organisatorische Veränderungen abzusichern.
Gewerbliche Liegenschaften seien über Jahre hinweg über Dutzende voneinander isolierte Softwaresysteme gesteuert worden, betonte Garbarino. REX diene nun als ausführende Instanz, die diese Systeme miteinander verknüpfe. Auf diese Weise könnten Immobilien autonomer bewirtschaftet werden, während die wesentliche Kontrolle weiterhin beim menschlichen Management verbleibe. Das Ergebnis seien stabilere Mieterbeziehungen, reduzierte Betriebskosten und fundierte Entscheidungen auf Basis verlässlicher Bestandsdaten.













