Die Planungen für die Internationale Bauausstellung Berlin 2034–2037 gewinnen an Kontur. Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) schlägt vor, das städtebauliche Entwicklungskonzept „Stadt statt A104“ als offizielles Modellvorhaben zu verankern. Die Konzeption, die der Verein bereits im Jahr 2021 gemeinsam mit Patzschke Architekten erarbeitet und 2022 im Berliner Abgeordnetenhaus präsentiert hatte, sieht eine umfassende Transformation der ehemaligen Stadtautobahntrasse zwischen dem Autobahnkreuz Wilmersdorf und der Schloßstraße vor.
Nach den Berechnungen der Initiatoren birgt der Trassenverlauf ein städtebauliches Potenzial für etwa 600.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Auf diesem Areal ließen sich rund 6.000 Wohnungen realisieren, ergänzt um neue Grünzüge, öffentliche Plätze sowie soziale Infrastruktur. Christian Müller, Vorstandsvorsitzender des AIV, betonte hierzu, dass die IBA der Hauptstadt die Chance biete, Stadtentwicklung neu auszurichten und die Potenziale des Bestands zu aktivieren, anstatt neue Quartiere ausschließlich auf der grünen Wiese zu planen.
Konkreter Schwerpunkt am Breitenbachplatz
Ein vertiefter Fokus der Planungen liegt auf dem Abschnitt zwischen der Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße, dem Breitenbachplatz und der Schildhornstraße. Für diesen Bereich liegt mit der Studie „Stadt statt A104 – Breitenbachplatz neu gedacht“ ein detaillierter Entwurf vor. Dieser sieht auf rund 75.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche die Errichtung von 800 bis 1.000 Wohnungen vor, von denen ein Großteil im öffentlich geförderten Segment angesiedelt werden soll.
Der Rückbau der bisherigen Hochstraße am Breitenbachplatz ist politisch bereits beschlossen. Robert Patzschke, Architekt und Mitglied des AIV-Vorstands, unterstrich, dass es sich hierbei nicht bloß um eine Verkehrsbaumaßnahme handle, sondern um die städtebauliche Reparatur jahrzehntelang zerschnittener Strukturen. Auf den freiwerdenden Arealen könnten lebendige Straßenräume, Quartiersverbindungen und nachhaltige Freiflächen entstehen.
- —Realisierung von rund 800 bis 1.000 Wohneinheiten im Teilbereich Breitenbachplatz
- —Reduzierung der Flächenversiegelung auf 33 Prozent bei einer Steigerung des Grünflächenanteils um 18 Prozent
- —Eigentum der Flächen liegt nahezu vollständig in öffentlicher Hand
- —Wiederherstellung des Breitenbachplatzes als zusammenhängender öffentlicher Stadtraum
Verwaltungsinnovationen und partnerschaftliche Prozesse
Neben den architektonischen Parametern soll das Vorhaben nach den Vorstellungen des AIV auch administrative Neuerungen anstoßen. Da die Umgestaltung die Zusammenarbeit verschiedener Berliner Bezirke, Senatsverwaltungen und übergeordneter Stellen erfordert, regt die Initiative kooperative Planungsverfahren und beschleunigte Genehmigungsprozesse an. Ein solcher Ansatz biete der IBA Berlin die Möglichkeit, modellhafte Lösungen zu entwickeln, die über rein gestalterische Entwürfe hinausgehen und konkrete Realisierungspfade aufzeigen.














