Auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt wurde in den ersten drei Quartalen 2026 ein Immobilienvolumen von 1,01 Milliarden Euro gehandelt. Dies entspricht einem Rückgang von 33,0 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Rückgang ist primär auf eine verminderte Anzahl großvolumiger Transaktionen zurückzuführen. Gleichzeitig übertraf die Anzahl der Transaktionen das Niveau des Vorjahres, was auf ein anhaltendes, jedoch modifiziertes Investoreninteresse hindeutet. Die Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE hebt hervor, dass sich dieses Interesse verstärkt auf kleinere Transaktionen und Standorte jenseits der etablierten Investmentzentren konzentrierte.
Helena Rickmers, Head of Hotel Investment bei CBRE in Deutschland, konstatiert ein weiterhin hohes Interesse an Hotelimmobilien. Sie führt aus, dass Käufer angesichts der aktuellen Marktgegebenheiten Entscheidungsprozesse verlängern und Risiken detaillierter prüfen. Die gestiegenen Renditen alternativer Anlagen erhöhen die Anforderungen institutioneller Investoren an die Ausschüttungen und generieren somit Druck auf die Ankaufspreise. Die Bruttospitzenrendite für Hotelimmobilien mit Pachtvertrag verzeichnete zum Ende des dritten Quartals einen stabilen Wert von 5,25 Prozent; ein weiterer Anstieg wird jedoch antizipiert. Rickmers betont, dass sich die Renditen insbesondere außerhalb des Prime-Segments stärker nach Lage, Objektqualität und Betreiberstärke differenzieren.
Verschiebung der Losgrößen und regionale Verteilung
Das Investmentgeschehen verlagerte sich evident zu kleineren bis mittleren Losgrößen. Transaktionen im Bereich von 20 Millionen bis 49,9 Millionen Euro stellten mit einem Anteil von 37,0 Prozent am bundesweiten Volumen die stärkste Größenklasse dar. Im Vorjahreszeitraum betrug deren Anteil noch 21,1 Prozent. Demgegenüber reduzierte sich das Volumen bei Transaktionen ab 50 Millionen Euro signifikant. Die Top-5-Märkte — Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München — akquirierten zusammen 41,2 Prozent des gesamten Investmentvolumens. Berlin führte hierbei, gefolgt von München und Frankfurt. Dies impliziert, dass der überwiegende Teil des Volumens außerhalb dieser zentralen Märkte umgesetzt wurde.
Die prägende Anlagestrategie bildete Value-added, mit einem Anteil von knapp 50 Prozent am Investmentvolumen. Investoren fokussierten sich weiterhin auf Objekte, bei denen durch Repositionierungen und aktives Asset Management zusätzliche Wertschöpfung generiert werden kann. Die Gruppe der Asset- und Fondsmanager stellte mit mehr als einem Drittel des Investmentvolumens die stärkste Käufergruppe dar, gefolgt von Immobiliengesellschaften und Privatinvestoren. Internationale Käufer dominierten weiterhin knapp die Mehrheit des Investmentgeschehens, wobei deutsche Investoren die größte einzelne Gruppe blieben und US-amerikanische Investoren erheblich an Bedeutung gewannen.
Fundamentale Unterstützung durch Nachfrage und Ausblick
Die Nachfrage im deutschen Beherbergungsmarkt zeigte sich im ersten Halbjahr 2026 stabil. Insgesamt wurden 223,8 Millionen Übernachtungen verzeichnet, was einer Steigerung von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht, der mit 223,1 Millionen Übernachtungen bereits einen Höchstwert markierte. Die Übernachtungszahlen inländischer Gäste stiegen um 0,3 Prozent auf 187,4 Millionen, während ausländische Gäste eine Zunahme von 0,5 Prozent auf 36,4 Millionen aufwiesen. Diese stabile Nachfrage bildet eine wesentliche Grundlage für das anhaltende Interesse an Hotelinvestments.
Für das Schlussquartal 2026 wird entscheidend sein, inwieweit Käufer und Verkäufer eine Konvergenz ihrer Preisvorstellungen erreichen und laufende Entscheidungsprozesse zügig abgeschlossen werden können. Helena Rickmers betont, dass die stabile Beherbergungsnachfrage das Investoreninteresse untermauert. Chancen werden insbesondere dort gesehen, wo durch Repositionierung und aktives Asset Management ein nachvollziehbares Wertsteigerungspotenzial erschließbar ist.














