Der Hotel-Investmentmarkt in Deutschland zeigte in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 eine differenzierte Entwicklung. Während das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang verzeichnete, stieg die Anzahl der Deals signifikant an. Eine Analyse von BNP Paribas Real Estate ergab ein Transaktionsvolumen von rund 1 Milliarde Euro, was einer Reduzierung um 27 Prozent gegenüber dem guten Vorjahreszeitraum entspricht. Demgegenüber steht ein Anstieg der Dealzahl um 27 Prozent, wodurch die höchste Anzahl an Verkäufen seit den ersten drei Quartalen 2022 registriert wurde.
Alexander Trobitz, Geschäftsführer und Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate GmbH, stellte fest, dass die Marktdynamik im Hotelsektor weiterhin hoch ist, jedoch aktuell kleinteiliger strukturiert sei. Dies äußert sich in einem Zuwachs von rund 30 Prozent bei sämtlichen Größenkategorien bis 50 Millionen Euro. Im Kontrast dazu sank der Umsatz von Ticketgrößen über 50 Millionen Euro um nahezu 65 Prozent. Zu den größeren Transaktionen zählten der Verkauf von elf Pentahotels in Deutschland, Belgien und Frankreich sowie zwei von BNPPRE begleitete Transaktionen von Intercity- und Excelsior Hotels in Frankfurt und München.
A-Städte und internationale Investoren
Das Investoreninteresse an Hotel-Immobilien in den tourismus- und wirtschaftsstarken A-Standorten Deutschlands bleibt hoch. Dies spiegelt sich in über 20 erfolgreich abgeschlossenen Transaktionen wider. Trotz der Aktivität summierte sich das Investmentvolumen in den Top-7-Städten auf etwa 508 Millionen Euro, was einen Rückgang um knapp 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Hier fehlen insbesondere die großvolumigen Core-Deals, die im Vorjahr maßgeblich waren. Ein begrenztes Angebot an Premium-Objekten und aufwendige Ankaufsprozesse limitieren aktuell höhere Transaktionsfrequenzen in diesem Segment.
Im Rahmen der Betrachtung der Einzelstädte sticht Berlin mit einem Volumen von 186 Millionen Euro hervor, begünstigt durch eine Vielzahl kleinerer Objekte in verschiedenen Formaten. München verzeichnete mit 131 Millionen Euro ebenfalls umfangreiche Investitionen, insbesondere durch den Verkauf des Excelsior Hotels und Transaktionen im Serviced-Apartment-Sektor. Frankfurt erreichte 95 Millionen Euro, während Hamburg und Düsseldorf jeweils 37 Millionen Euro sowie Köln 22 Millionen Euro verbuchten. Die Performance-Kennziffern, insbesondere die Gästeübernachtungszahlen, senden weiterhin positive Signale; fünf der sieben untersuchten Tourismusmetropolen meldeten konstante oder leicht steigende Halbjahresdaten im Vergleich zum Vorjahr.
Ausblick auf das Gesamtjahr
Die Perspektiven für den deutschen Hotel-Investmentmarkt werden als positiv eingeschätzt, primär gestützt durch stabile Gästezahlen und sich positiv entwickelnde Key-Performance-Indikatoren wie Auslastungsquoten, ADR und RevPAR. Der prosperierende Inlandstourismus trug maßgeblich dazu bei und erreichte zur Jahresmitte einen neuen Rekordwert bei den bundesweiten Gästeübernachtungen. Investoren agieren weiterhin selektiv; Betreiber, Konzept und Performance stehen im Fokus der Ankaufentscheidungen, gefolgt von Standort, Markt und Objektqualität für das Pricing. Alexander Trobitz prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 ein bundesweites Hotel-Investmentvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro. Er erwartet, dass die Abschlussdynamik im vierten Quartal zunehmen und das Volumen durch Großabschlüsse signifikant steigen wird.














