In Berlin-Tempelhof ist die Entwicklung eines neuen HOGA Campus vorgesehen. Dieses Projekt zielt darauf ab, einen zentralen Ausbildungs- und Innovationsstandort für das Gastgewerbe in der deutschen Hauptstadt zu schaffen. Das Konzept für den Campus wurde von mehreren Akteuren vorgestellt, darunter Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, sowie Wolfgang Schyrocki, Staatssekretär für Finanzen. Auch Jörn Oltmann, Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, und Gerrit Buchhorn, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Berlin und Vorstandsmitglied der HOGA Campus Berlin eG, waren an der Präsentation beteiligt.
Der geplante Standort umfasst eine Fläche von rund 34.000 Quadratmetern im Bereich der Attilastraße und Röblingstraße. Eine eigens gegründete Genossenschaft, bestehend aus dem DEHOGA Berlin und neun weiteren Mitgliedern, wird die Entwicklung und den Betrieb des Campus verantworten. Ziel ist es, Ausbildung, Weiterbildung, Praxiserfahrung und fachlichen Austausch an einem zentralen Ort zu bündeln, um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften für Gastronomie, Hotellerie und Tourismus in Berlin zu decken und diese langfristig in der Region zu halten.
Umfassendes Nutzungskonzept
Das vorliegende Konzept sieht eine vielschichtige Nutzung des Campusgeländes vor. Neben einem Oberstufenzentrum speziell für das Gastgewerbe sind ein Übungshotel sowie Fach- und Hochschulangebote geplant. Des Weiteren werden Flächen für Fort- und Weiterbildung sowie ein Verbände- und Innovationszentrum entstehen. Diese Vielfalt soll eine umfassende Bildungs- und Vernetzungsplattform bieten.
- —Oberstufenzentrum für das Gastgewerbe
- —Übungshotel
- —Fach- und Hochschulangebote
- —Flächen für Fort- und Weiterbildung
- —Verbände- und Innovationszentrum
- —Wohnangebote für Auszubildende
- —Räume für Gründer zur Erprobung gastronomischer Konzepte
Langfristig sollen am HOGA Campus über 3.000 Auszubildende und Studierende lernen und sich qualifizieren können. Zusätzlich sind am Standort 500 bis 600 Arbeitsplätze vorgesehen. Die Unterstützung des Vorhabens durch das Land Berlin erfolgt durch den Erwerb des Grundstücks und dessen anschließende Bereitstellung im Erbbaurecht an die Genossenschaft. Dies schafft die notwendigen Voraussetzungen für einen langfristig angelegten Bildungs- und Innovationsstandort für das Berliner Gastgewerbe.
Strategische Bedeutung und politische Unterstützung
Franziska Giffey hob die Bedeutung des Tourismus als zentralen Wirtschaftsfaktor Berlins hervor, der jährlich 8,4 Milliarden Euro Umsatz generiert und rund 225.000 Arbeitsplätze sichert. Sie betonte die Notwendigkeit gut ausgebildeter Fachkräfte für die Zukunftsfähigkeit der Branche und bezeichnete den HOGA Campus als Zukunftsprojekt für Berlin. Der Campus soll das Potenzial haben, eine führende Ausbildungsstätte in Deutschland und Europa zu werden. Katharina Günther-Wünsch unterstrich die Bedeutung des Campus für die berufliche Orientierung junger Menschen und die Sicherung von Fachkräften für Berlin.
Wolfgang Schyrocki, Staatssekretär für Finanzen, erläuterte die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privater Initiative. Das Land Berlin schaffe die Voraussetzungen durch eine strategische Liegenschaftspolitik, während die Branche Verantwortung übernehme und investiere. Gerrit Buchhorn vom DEHOGA Berlin betonte, dass der Campus über einen klassischen Bildungsstandort hinausgehe und Vernetzung sowie Wissensaustausch fördern werde. Ein wichtiger Bestandteil sei auch bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende, um junge Menschen für eine berufliche Zukunft in Berlin zu gewinnen. Der Campus in Tempelhof soll bundesweit wegweisend sein und Bildung, Wirtschaft, Innovation sowie gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbinden, um die Wettbewerbsfähigkeit Berlins zu stärken.














