Im ostwestfälischen Bad Lippspringe im Kreis Paderborn hat das zweite YEXIO-Rechenzentrum in Deutschland den regulären Betrieb aufgenommen. Entwickelt und finanziert wurde der Standort als Gemeinschaftsprojekt von HOCHTIEF PPP Solutions und dem Frankfurter Infrastrukturinvestor Palladio Partners. Die Anlage startet mit einer Leistung von zunächst zwei Megawatt und dient der dezentralen Datenverarbeitung mit geringen Latenzzeiten in unmittelbarer Nähe zu den regionalen Unternehmen.
Das Vorhaben ist Teil eines übergeordneten Infrastrukturprogramms: Europaweit planen die Projektpartner ein Netz von insgesamt 25 dezentralen Edge-Rechenzentren. Nach der Inbetriebnahme des ersten Standorts in Heiligenhaus markiert Bad Lippspringe den zweiten Meilenstein dieser Initiative. Zusätzliche Einheiten in Nordrhein-Westfalen sowie in Bayern befinden sich gegenwärtig im Bau. Das Marktinteresse erweist sich als solide, denn rund zwei Drittel der aktuell verfügbaren YEXIO-Kapazitäten sind bereits vermarktet.
Massivholzbauweise und Einbindung in das Nahwärmenetz
Bei der baulichen Konzeption stand die ökologische Bilanz im Vordergrund. Das Gebäude wurde in Massivholzbauweise errichtet, wodurch sich die CO2-Emissionen im Vergleich zu einer konventionellen Stahlbetonstruktur um rund 600 Tonnen verringern. Neben dem ressourcenschonenden Baukörper folgt auch der laufende Betrieb energetischen Standards: Die kontinuierlich anfallende Serverabwärme soll in das künftige kommunale Wärmenetz eingespeist werden und so die lokale Wärmeversorgung unterstützen.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hob anlässlich der Eröffnung hervor, dass moderne Rechenzentren das Fundament für die digitale Souveränität und den industriellen Wandel bildeten. Auf dem Weg von der Kohle zur künstlichen Intelligenz brauche das Land leistungsfähige Infrastrukturen, die den Mittelstand direkt vor Ort erreichten. Juan Santamaría, CEO von HOCHTIEF, betonte seinerseits, dass die Transformation der Volkswirtschaften eine neue Infrastrukturgeneration verlange, die Rechenleistung dauerhaft mit hoher Energieeffizienz verknüpfe.
Dr. Bernd Kreuter, Managing Partner von Palladio Partners, verwies auf die wachsende Bedeutung des Segments: Rechenzentren gehörten zu den dynamischsten Bereichen der Infrastruktur. Angesichts steigender Energieanforderungen sei die Integration in regionale Netze der entscheidende Hebel, um digitale Kapazitäten wirtschaftlich und ressourcenschonend bereitzustellen.














