Der erste Hochschulwettbewerb „New Learning Spaces“ konzentrierte sich auf die Transformation bestehender Hochschulgebäude in flexible Lern- und Arbeitsumgebungen. Als konkrete Entwurfsaufgabe diente das ZPL-Gebäude R12 am Campus Essen der Universität Duisburg-Essen. Die serielle und modulare Gebäudestruktur des Hochschulbaus bietet besondere Potenziale für die Implementierung neuer Nutzungskonzepte. Studierende aus acht Hochschulen entwickelten insgesamt 23 architektonische sowie innenarchitektonische Konzepte für diesen Bestand, deren Auszeichnungen nun bekannt gegeben wurden.
Der Wettbewerb richtete sich an Studierende der Architektur und Innenarchitektur mit dem Ziel, die vorhandenen Qualitäten des ZPL-Bestands zu identifizieren, diese aufzugreifen und mit modernen Formen des Lernens, Arbeitens und Austauschs zu verbinden. Die Jury bewertete die Einreichungen nicht nur nach Kreativität und Innovationskraft, sondern auch nach Funktionalität, Nutzerorientierung, architektonischer und innenarchitektonischer Qualität, Nachhaltigkeit sowie der Umsetzung von „New Learning“-Prinzipien und der Integration in den Campuskontext. Der Wettbewerb wurde von bkp in Kooperation mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der Lindner Group und der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.
Prämierte Konzepte für zukünftige Lernwelten
Den ersten Preis erhielt Jan Poggel von der Hochschule Düsseldorf, Peter Behrens School of Arts (PBSA), für seinen Entwurf „Bildungswerkstatt – Lern- und Arbeitswelten für den ZPL-Bestand“. Sein Konzept greift die modulare Struktur des Gebäudes auf und entwickelt diese mittels mobiler Wände, modularer Möblierung und einer zentralen „Toolbox“ zu einer flexibel veränderbaren Lernumgebung weiter. Nutzende können Räume situationsgerecht bilden, verändern und neu aneignen. Die Jury hob das Zusammenspiel aus konzeptioneller Klarheit, innenarchitektonischer Qualität, realistischer Umsetzbarkeit und Übertragbarkeit auf vergleichbare ZPL-Bauten hervor.
Der zweite Preis ging an Jule Merkelbach von der Hochschule Coburg, Fakultät Design, für „Learning in Pieces“. Ihr Entwurf basiert auf vier Lernzuständen – Interaktion, Exploration, Stabilisation und Reflexion – und schafft ein räumliches System aus kombinierbaren Modulen, das vom individuellen Arbeitsplatz über Workshop- und Begegnungsräume bis zu Makerspaces und Rückzugsorten verschiedene Lernformen ermöglicht. Franziska Pfeuffer, ebenfalls von der Hochschule Coburg, erhielt den dritten Preis mit „Begegnung ist die beste Lehre!“. Ihr Konzept fokussiert auf Begegnung und informelles Lernen, indem es Verkehrs- und Zwischenräume zu aktiven Orten für Austausch, Bewegung, Aufenthalt und gemeinsames Arbeiten umwandelt. Eine Anerkennung ging an Antonia Stuhm und Clara Stöcker von der Bauhaus-Universität Weimar für „Re: Form R12 – Eine lernfähige Struktur“. Dieser Entwurf setzt auf die Weiterentwicklung des Bestands, die Wiederverwendung vorhandener Bauteile sowie eine stärkere räumliche Vernetzung der Geschosse, wodurch „New Learning“ mit Kreislauffähigkeit und ressourcenbewusstem Bauen verbunden wird.
Impulse für die Immobilienentwicklung
Heiner Kolde, Geschäftsführer von bkp, betonte, dass der Hochschulwettbewerb Theorie und Praxis verbindet und neue Perspektiven auf aktuelle Fragestellungen eröffnet. Er verwies auf die Vielfalt und den Ideenreichtum der Beiträge zum Thema „New Learning Spaces“ und das Engagement der Studierenden bei der Auseinandersetzung mit zukünftigen Lern- und Arbeitswelten. Matthias Quinkert, Brand Manager der Lindner Group, hob hervor, dass Lernen ein kontinuierlicher Teil der Unternehmenskultur sein sollte, der Neugier, Austausch und das Hinterfragen des Status quo umfasst, und dass der Wettbewerb die Relevanz dieser Fragen für zukünftige Lern- und Arbeitswelten gezeigt habe. Till Neschen, Duisburger Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, stellte fest, dass der Wettbewerb wertvolle Impulse für die zukünftige Entwicklung der ZPL-Gebäude lieferte, indem er aufzeigte, wie die bestehenden Qualitäten mit flexiblen Lern- und Arbeitswelten weitergedacht werden können.














