Die Transformation der 57th Street in Manhattan von der einstigen Millionaire’s Row zur heutigen Billionaire’s Row schreitet weiter voran. Im Rahmen einer Grundstückstransaktion reichte die Soloviev Group kürzlich Unterlagen für die Eigentumsübertragung des geschichtsträchtigen Anwesens 35 West 57th Street ein. Der Kaufpreis für das im Jahr 1891 errichtete Schieffelin-Bowne House beläuft sich laut den öffentlich zugänglichen Grundbuchunterlagen auf 42 Millionen Dollar.
Anstelle des fünfgeschossigen Baus planen die Soloviev Group und der Projektentwickler Sedesco die Errichtung eines gemischt genutzten Hochhauses. Sedesco wird eine Miteigentümerschaft an dem Vorhaben übernehmen, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bürohochhaus 9 West 57th Street realisiert werden soll. In jener Bestandsimmobilie konnte Soloviev im April einen nicht näher benannten Büromieter gewinnen, der eine Rekordmiete von 327,50 Dollar pro Quadratfuß vereinbarte.
Geplanter Neubau mit Hotel und Eigentumswohnungen
Die Entwürfe für das Areal an der West 57th Street sehen ein markantes, 63 Stockwerke zählendes Hochhaus vor. Nach Angaben der Plattform New York YIMBY wird das künftige Gebäude eine Kombination aus Wohnraum, Gastronomie und Beherbergung umfassen:
- —119 luxuriöse Eigentumswohnungen in den oberen Etagen
- —Ein Hotel mit insgesamt 158 Gästezimmern
- —Eine Restaurantfläche von rund 10.212 Quadratfuß
Mit dem bevorstehenden Abriss endet die wechselvolle Geschichte des Schieffelin-Bowne House. Einst schenkte William H. Vanderbilt das Beaux-Arts-Anwesen seiner Enkelin Maria Louise Vanderbilt Shepard anlässlich ihrer Vermählung mit William Jay Schieffelin. Weitere Hochzeitspräsente steuerte damals US-Präsident Benjamin Harrison bei. Das Paar bewohnte das Haus von 1891 bis 1899, ehe es an den bekannten Pharmaunternehmer und Philanthropen Samuel W. Bowne verkauft wurde. Bowne verstarb 1910 in der Immobilie, während seine Ehefrau Nettie dort bis 1930 residierte.
Verlust des Denkmalschutzstatus und Abrissgenehmigung
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts zogen wohlhabende New Yorker Familien zunehmend weiter nach Norden. In der Folge wurden die unteren beiden Geschosse des Gebäudes zu Einzelhandelsflächen umgebaut. Diese Eingriffe veränderten die ursprüngliche Bausubstanz nachhaltig, weshalb die New York City Landmarks Preservation Commission das Objekt letztlich nicht als schutzwürdig einstufte. Ähnlich verhielt es sich in der Vergangenheit beim Abriss des Hotel Pennsylvania, das den Planungen von Vornado Realty Trust für das Vorhaben Penn 15 weichen musste.
Lokale Denkmalschutzgruppen hatten über mehrere Jahre versucht, das historische Gebäude im Zuge der Grundstückszusammenlegung für das Neubauprojekt zu retten. Die jüngste Eigentumsübertragung besiegelt nun das Ende der Bestandsimmobilie: Das New York City Department of Buildings hat die Abrissgenehmigung für 35 West 57th Street bereits erteilt.














