Anlässlich des bevorstehenden 40-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai bekräftigen beide Metropolen ihre Absicht, die bilaterale Zusammenarbeit gezielt zu intensivieren. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher reiste am 15. und 16. Oktober an der Spitze einer Delegation aus Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in die chinesische Hafenstadt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Initiativen für eine umweltfreundliche Schifffahrt, intelligente Hafeninfrastrukturen, städtische Resilienz sowie technologische Innovationen.
Die wirtschaftliche Verflechtung beider Standorte bildet seit Jahrzehnten ein stabiles Fundament für den Außenhandel. Rund 30 Prozent des gesamten Containerumschlags im Hamburger Hafen stehen in direktem Bezug zu China. Während Shanghai für zahlreiche deutsche Industrie- und Handelsunternehmen den strategischen Markteintritt in den asiatischen Raum markiert, fungiert Hamburg als primäres Einfallstor für chinesische Gesellschaften in den deutschen sowie den europäischen Markt. Diese maritim geprägte Verbindung wird durch regelmäßige Güterzugverbindungen auf der Schiene zwischen China und Europa ergänzt.
Grüner Schifffahrtskorridor und gemeinsame Forschungsprojekte
Trotz der veränderten Rahmenbedingungen im globalen Umfeld betonte Tschentscher, dass Hamburg die Kooperation mit Shanghai mit unvermindertem Nachdruck fortführen werde. Beide Partner arbeiten an der Realisierung eines grünen Schifffahrtskorridors, der darauf abzielt, die maritimen Transportwege deutlich ressourcenschonender und effizienter auszugestalten. Zudem wurde am 16. Oktober ein konkretes wissenschaftliches Vorhaben umgesetzt: Die Technische Universität Hamburg und Feishu China, die Repräsentanz des Fields Institute for Research in Mathematical Sciences, eröffneten im Bezirk Qingpu ein gemeinsames Laboratorium für Klimaforschung und Ingenieurwissenschaften.
Verkehrs- und standortpolitische Impulse sollen künftig auch im Personenverkehr gesetzt werden. Bei einem Treffen mit Vertretern der Fluggesellschaft China Eastern Airlines sprach sich der Erste Bürgermeister für die Einrichtung einer direkten Flugverbindung zwischen Shanghai und Hamburg aus. Eine solche Route würde neben dem geschäftlichen Austausch auch den institutionellen und touristischen Reiseverkehr spürbar erleichtern.
Tradition und Ausbau institutioneller Beziehungen
Die offizielle Partnerschaft zwischen den beiden Hansestädten besteht seit dem 29. Mai 1986. Klaus von Dohnanyi, damaliger Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, hatte das Abkommen vor fast vier Jahrzehnten unterzeichnet. Tschentscher verwies auf ein Telefonat mit dem heute 98-jährigen Dohnanyi, der die dauerhafte Verbundenheit beider Standorte auf deren maritime Traditionen und Weltoffenheit zurückführte. Neben der wirtschaftlichen Ebene umfasst die Kooperation auch weiterhin akademische und kulturelle Austauschprogramme, wie die zeitgleiche Anwesenheit einer Hamburger Schülergruppe im Rahmen ihres Studienaufenthalts in Shanghai unterstrich.














