Schwammstadt-Prinzip im Moldauhafenquartier
Auf dem Hamburger Grasbrook entsteht auf rund 47 Hektar einstiger Industrie- und Logistikflächen ein neuer Stadtteil. Direkt gegenüber der HafenCity entwickelt die städtische Entwicklungsgesellschaft zwei Quartiere, die künftig rund 3.000 Wohnungen sowie 16.000 Arbeitsplätze beherbergen werden. Ergänzt wird das Areal durch 18 Hektar öffentliche Freiräume, Sport- und Spielflächen sowie eine direkte Anbindung an die Innenstadt über die geplante Verlängerung der U-Bahn-Linie U4.
Ein zentraler Bestandteil der Erschließung ist das Regenwassermanagement nach dem Schwammstadt-Prinzip. Anstatt Niederschläge direkt über Siele abzuleiten, setzt die HafenCity Hamburg GmbH auf großflächige unterirdische Speicher mit einem Gesamtfassungsvermögen von 6,3 Millionen Litern. Dr. Andreas Kleinau, Vorsitzender der Geschäftsführung der Entwicklungsgesellschaft, erklärte, dass dieses System Niederschläge als direkte Ressource für die örtliche Vegetation nutzbar mache und zugleich urbane Risiken wie Hitze und Starkregen spürbar abfedere.
Das Konzept wurde gemeinsam mit dem städtischen Unternehmen HAMBURG WASSER im Rahmen des Programms RISA erarbeitet. Martin Gerhardt, technischer Geschäftsführer von HAMBURG WASSER, verwies darauf, dass die Regenwasserbewirtschaftung von Beginn an integraler Bestandteil des öffentlichen Raums sei. Das System ermögliche einen weitgehenden Verzicht auf konventionelle Straßenregenwassersiele, schone Trinkwasserressourcen und stärke die lokale Klimaresilienz.
Infrastruktur, Energie und Vermarktungszeitplan
Neben der Wasserinfrastruktur steht die Energieversorgung im Fokus der Planungen. Über eine im Oktober vergebene Konzession wird die Wärmeversorgung ab dem Betriebsstart im Jahr 2031 zu mindestens 90 Prozent über erneuerbare Quellen und unvermeidbare industrielle Abwärme abgedeckt. Im weiteren Verlauf soll der Anteil regenerativer Energien schrittweise auf 100 Prozent steigen. Die Kälteversorgung basiert von Beginn an vollständig auf erneuerbaren Energien.
- —Baubeginn der ersten Speicherflächen im Oktober 2026 mit geplanter Fertigstellung Anfang 2027
- —Vollständige Errichtung des 6,3 Millionen Liter fassenden Speichersystems bis voraussichtlich 2030
- —Start der Vermarktung erster Grundstücke im Moldauhafenquartier im Dezember 2026
- —Geplante Bebauung der vermarkteten Areale ab dem Jahr 2028
Mit der Fertigstellung des gesamten Speichersystems bis voraussichtlich 2030 und dem anstehenden Beginn der Hochbauphase ab 2028 formiert sich der Grasbrook zu einem richtungsweisenden Stadtentwicklungsprojekt in direkter Hamburger Wasserlage.














