Die GWH Wohnungsgesellschaft und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben eine strategische Zusammenarbeit zur Förderung von bezahlbarem und energieeffizientem Wohnraum etabliert. Die EIB stellt der GWH ein langfristiges Darlehen in Höhe von 200 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel sind primär für die Finanzierung von Neubauprojekten mit hohen energetischen Standards sowie für die umfassende energetische Modernisierung des bestehenden Wohnungsportfolios der GWH vorgesehen.
Durch diese langfristige Finanzierungszusage schafft die EIB verlässliche Investitionsspielräume für die GWH. Dies ermöglicht dem Unternehmen, Bauvorhaben und Modernisierungsmaßnahmen über einen mehrjährigen Zeitraum hinweg planbar und in signifikantem Umfang umzusetzen. Angesichts der aktuellen Situation auf dem Wohnungsmarkt soll diese Initiative dazu beitragen, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu erweitern und die vorhandenen Gebäude zukunftsfähig zu gestalten, indem moderne und ressourceneffiziente Bau- und Energielösungen implementiert werden.
Fokus auf Neubau und Modernisierung
Ein Anteil von rund 90 Millionen Euro des Darlehens ist für Neubauprojekte mit modernen energetischen Standards vorgesehen, welche insgesamt etwa 550 neue Wohneinheiten umfassen werden. Die verbleibenden 110 Millionen Euro sind für die energetische Modernisierung von circa 5.000 Bestandswohnungen eingeplant. Das übergeordnete Ziel ist es, den Energieverbrauch dieser Gebäude deutlich zu reduzieren und dadurch die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter langfristig zu stabilisieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf Wohnquartieren für Familien mit mittleren und niedrigeren Einkommen, insbesondere in dynamischen Wachstumsregionen wie dem Rhein-Main-Gebiet. Die Investitionen sollen den Anstieg der Wohnkosten dämpfen, ohne dabei Kompromisse beim Klimaschutz einzugehen.
Matthias Voss, CFO der GWH, äußerte sich bei der Unterzeichnung des Rahmenvertrags am GWH-Hauptsitz in Frankfurt. Er betonte, die Rahmenfinanzierung der EIB sei ein wichtiger Meilenstein, da sie die Konditionen für künftige Investitionen spürbar verbessere. Dies umfasse den Bau neuer Wohnungen, die Minimierung der Nebenkosten für Mieter sowie die Dekarbonisierung des Bestandsgebäudebestandes.
Nicola Beer, Vizepräsidentin der EIB, hob hervor, wie die Partnerschaft in einer Stadt wie Frankfurt, wo die Finanzierbarkeit von Wohnen ein drängendes Thema sei, zur Schaffung lebenswerter Quartiere beitrage und konkrete Unterstützung bei den monatlichen Kosten biete. Sie ergänzte, Investitionen in effiziente Gebäude sorgten dafür, dass Heizenergie nicht zum Luxusgut werde und Familien ihre Nebenkosten im Griff behielten.
- —200 Millionen Euro EIB-Darlehen für GWH.
- —90 Millionen Euro für Neubau von ca. 550 Wohnungen.
- —110 Millionen Euro für energetische Modernisierung von ca. 5.000 Bestandswohnungen.
- —Fokus auf bezahlbaren Wohnraum und Klimaschutz.
Ein konkretes Beispiel für die geplanten Maßnahmen ist die Henri-Dunant-Siedlung in Frankfurt-Sossenheim, deren umfassende energetische Modernisierung seit 2021 läuft. Dort wurden bereits mehrere Gebäude und Außenanlagen saniert; seit Herbst 2024 versorgt eine moderne Nahwärmezentrale das Quartier mit Wärme, die primär aus klimaneutralem Biomethan in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der energetischen Standards sind für die kommenden Jahre vorgesehen. Stefan Bürger, CEO der GWH, bekräftigte, der Rahmenvertrag sei nicht nur für die GWH, sondern auch für deren Mieter von großem Wert, für die man sich kontinuierlich einsetze. Er erklärte, die GWH arbeite intensiv daran, ihre Wohnquartiere mit modernen Energiesystemen auszustatten, um bezahlbare Nebenkosten zu gewährleisten. Die Mittel der EIB ermöglichten es, diese Ziele konsequenter zu verfolgen und bezahlbaren, attraktiven Wohnraum zu schaffen beziehungsweise zu sichern. Matthias Voss fügte hinzu, Investitionen in die Energieeffizienz steigerten den Immobilienwert dauerhaft und stärkten die Unternehmensbasis. Ziel sei es, durch die Reduzierung des Energieverbrauchs Emissionen und Energiekosten zu senken und damit die Wohnqualität sowie die Zukunftsfähigkeit des Immobilienbestands zu fördern.
Die langfristigen und flexiblen Darlehen der EIB stärken die Finanzierungsstruktur von Wohnungsunternehmen und mobilisieren zusätzliche öffentliche und private Mittel. Dadurch werden Investitionsprogramme für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum skaliert. Die EIB-Finanzierung von 200 Millionen Euro für die GWH mobilisiert insgesamt Investitionen von über 447 Millionen Euro. In den letzten zehn Jahren hat die EIB-Gruppe mehr als 7,2 Milliarden Euro in die Wohnungsfinanzierung in Deutschland investiert. Diese Finanzierung knüpft an das bestehende Engagement an und ist Teil der nächsten Phase der europäischen Wohnraumoffensive der EIB-Gruppe, die darauf abzielt, das jährliche Finanzierungsvolumen für erschwinglichen und nachhaltigen Wohnraum europaweit auf rund 6 Milliarden Euro zu verdoppeln.














