Das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck hat eine Kooperation mit dem Technologieunternehmen CarbonFreed initiiert, um den Zertifizierungsprozess großer Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) im Rahmen eigener Projektentwicklungen zu verkürzen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Integration der Anlagen in das öffentliche Stromnetz zu beschleunigen und damit den Ausbau erneuerbarer Energien im Immobiliensektor zu fördern.
In Deutschland erfordert die Anbindung von PV-Anlagen an das öffentliche Stromnetz spezifische Zertifizierungen. Anlagen mit einer Einspeiseleistung ab 270 Kilowatt oder einer Wechselrichterleistung von mehr als 500 Kilowatt benötigen ein Anlagenzertifikat des Typs B. Bei Anlagen ab 950 Kilowatt ist ein erweitertes Anlagenzertifikat des Typs A verpflichtend. Diese Zertifikate sind essenziell, um die Einhaltung technischer Anforderungen der Netzbetreiber sowie den Beitrag zur Netzstabilität sicherzustellen. Der Prozess zur Erlangung dieser Zertifikate ist daten- und prüfungsintensiv und stellt häufig einen zeitkritischen Faktor bei der Umsetzung von Projekten dar.
Digitale Lösung für Netzanschlussverfahren
Zur Optimierung und Beschleunigung des Netzanschlusses großer Photovoltaikprojekte auf Gebäudedächern setzt Goldbeck seit 2025 auf die Kooperation mit CarbonFreed. Das Technologieunternehmen aus Schleswig-Holstein hat die KI-gestützte Online-Plattform „gridcert“ entwickelt. Diese Plattform digitalisiert das Netzanschlussverfahren für große Solaranlagen und Speicher, wodurch eine signifikante Beschleunigung der Prozesse erreicht wird. Marko Ibsch, Geschäftsführer von CarbonFreed, hob hervor, dass durch die Integration der digitalen Plattform in die bestehenden Goldbeck-Prozesse Abläufe standardisiert und beschleunigt wurden, was die langwierigen Zertifizierungsverfahren reformiere. Die Plattform stelle zudem sicher, dass die Regularien der Netzbetreiber zu jeder Zeit eingehalten und die Anlagen sicher in das Netz integriert werden.
Die „gridcert“-Plattform begleitet CarbonFreed-Kunden durch das gesamte Netzanschlussverfahren, indem projektspezifische Informationen von Solar- oder Speicherprojekten gesammelt und auf Vollständigkeit geprüft werden. Eine automatisierte Echtzeit-Prüfung der eingereichten Daten und Formulare erfolgt ebenfalls über die KI-Plattform. Die gesamte projektspezifische Kommunikation wird ausschließlich über „gridcert“ abgewickelt. Die von CarbonFreed genutzten Rechenzentren sind ISO 27001-zertifiziert und befinden sich in Deutschland, wobei die Speicherung der Daten DSGVO-konform und gemäß europäischer Datenschutzrichtlinien erfolgt.
Andreas Harnacke, Geschäftsführer der Goldbeck Facility Services, betonte die Relevanz von Photovoltaik als integralen Bestandteil aktueller Immobilienprojekte. Die schnelle und sichere Integration der Anlagen in das Stromnetz sei entscheidend. Durch die Kooperation mit CarbonFreed und den Einsatz der KI-Plattform „gridcert“ werde mehr Transparenz und Geschwindigkeit im Netzanschlussprozess erzielt, was den Kunden von Goldbeck zugutekomme. Eine schnellere Inbetriebnahme der Anlagen führe zu einem früheren wirtschaftlichen Ertrag. Dies stelle einen wichtigen Hebel zur Förderung der Energiewende im Immobiliensektor dar.
Gemeinsame Erfolge und Ausblick
Seit dem Beginn der Kooperation im Jahr 2025 haben Goldbeck und CarbonFreed bereits knapp 20 Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von circa 18 Megawatt gemeinsam realisiert. Beide Unternehmen beabsichtigen, ihre Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, um die Anzahl der Projekte, die schnell und sicher abgeschlossen werden können, zu erhöhen.













