Die GLS Bank positioniert sich im Kontext der aktuellen Debatte um den Immobilienmarkt und fordert eine Neubewertung des Renditebegriffs. André Meyer, Leiter des Kompetenzcenters Nachhaltige Immobilien bei der GLS Bank, betont, dass Wohnraum zwar wirtschaftlich tragfähig sein müsse, in erster Linie jedoch als Lebensraum zu verstehen sei. Dieser müsse bezahlbar, klimaverträglich und sozial gerecht gestaltet werden.
Meyer kritisiert die gängige Reduktion der Debatte auf die Alternativen Markt oder Vergesellschaftung als zu eng gefasst. Er verweist auf eine bewährte dritte Eigentumsform in Deutschland, die seit über hundert Jahren bestehenden Wohnungsgenossenschaften. Ergänzend dazu zeigten Stiftungen, gemeinschaftliche Wohnprojekte und weitere gemeinwohlorientierte Träger, dass die Verbindung von privatem Kapital, professioneller Finanzierung und dauerhaft bezahlbarem Wohnen realisierbar sei. Diese Strukturen böten die Möglichkeit, von Banken und der Zivilgesellschaft signifikant ausgeweitet zu werden, auch ohne direkten politischen Einfluss.
Gesellschaftliche Verantwortung in der Finanzierung
Für Finanzinstitute impliziert dies eine erweiterte Verantwortung. Bei Finanzierungsentscheidungen sollten Banken nicht ausschließlich den maximalen Ertrag einer Immobilie bewerten. Vielmehr sei entscheidend, welcher gesellschaftliche und ökologische Wert durch das Objekt geschaffen und langfristig erhalten werden kann. Meyer führt hierzu aus, dass Finanzierung und Gemeinwohl keinen Gegensatz darstellen. Langfristig tragfähige Wohnprojekte könnten gesellschaftliche Stabilität fördern und gleichzeitig wirtschaftlich verlässlich sein.
Die GLS Bank wird diese Fragestellung auf der Immobilienmesse Expo Real im Rahmen eines Panels diskutieren. Unter dem Titel „Klimakrise, Baukosten, Wohnungsknappheit: Müssen wir Rendite in der Wohnungswirtschaft neu denken?“ laden die Experten am Dienstag, den 6. Oktober 2026, von 12:30 bis 13:00 Uhr zu einer Betrachtung der gemeinwohlorientierten Immobilienwirtschaft ein. Der Fokus der Diskussion liegt auf Praxisbeispielen, welche ökologische Verantwortung, soziale Qualität und wirtschaftliche Tragfähigkeit integrieren.
Auf dem Podium werden unter anderem ressourcenschonender Holzbau, die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden sowie moderne Energiesysteme, die eine erhöhte Eigenversorgung ermöglichen, beleuchtet. Es wird zudem erörtert, wie derartige Projekte auch in größerem Maßstab erfolgreich umgesetzt werden können. Die Kernfrage bleibt hierbei, ob kurzfristige Gewinne oder sicherer, bezahlbarer Wohnraum die eigentliche Rendite definieren. Die Veranstaltung findet am Stand B3.224 in Halle B3 der Messe München statt.
Podiumsdiskussion auf der EXPO REAL
- —André Meyer, Leitung Kompetenzcenter Nachhaltige Immobilien, GLS Bank
- —Anton Welke, Experte für nachhaltige Wohnprojekte, GLS Bank
- —Arnt von Bodelschwingh, Experte für Wohnungswirtschaft und Wohnraumförderung, RegioKontextGmbH
- —Sven Kirchner, Geschäftsführender Gesellschafter, FinnholzGmbH & Co. KG













