Die dena hat mit dem Gebäudereport 2026 Update September eine detaillierte Analyse der Gebäudewende in Deutschland vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Entwicklung je nach Marktsegment unterschiedlich darstellt. Insbesondere im Heizungsbereich ist ein signifikanter Anstieg der Nachfrage nach Wärmepumpen zu verzeichnen, während Gasheizungen im Neubau an Relevanz verlieren. Im Gegensatz dazu weist der Ausbau von Gebäudesolaranlagen nach Anpassungen der Rahmenbedingungen im Solarspitzengesetz sowie aufgrund von Förderunsicherheiten einen spürbaren Rückgang auf.
Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, merkte an, dass die vorliegenden Zahlen die schnelle Fortschreitung und den Standardcharakter des Umstiegs auf moderne, klimafreundliche Heizsysteme im Neubau belegen. Sie betonte jedoch, dass das Tempo der Transformation bei Bestandsgebäuden erhöht werden müsse. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz und den neuen BEG-Förderbedingungen sei nun die notwendige Klarheit geschaffen worden. Es gelte nun, die Regelungen verständlich zu kommunizieren und Eigentümern Planungssicherheit für Investitionen zu ermöglichen. Als entscheidend hob sie die Notwendigkeit langfristig verlässlicher Rahmenbedingungen hervor.
Dominanz der Wärmepumpe im Neubau und Handlungsbedarf im Bestand
Die im Update enthaltenen Daten verdeutlichen eine klare Verschiebung der Wärmeversorgung im Neubau hin zu erneuerbaren Energien, Strom und Fernwärme. Diese drei Bereiche erreichten im Jahr 2025 bereits einen Anteil von über 89 Prozent in fertiggestellten Wohngebäuden, gegenüber circa 85 Prozent im Jahr 2024. Die Wärmepumpe war hierbei der maßgebliche Faktor im vergangenen Jahr, mit einem Anteil von knapp 74 Prozent. Gasheizungen hingegen erreichten mit rund elf Prozent einen historischen Tiefstand.
Im bestehenden Gebäudebestand vollzieht sich der Wandel langsamer. Im Jahr 2025 dominierten Gasheizungen weiterhin den Wohnungsbestand, zeigten jedoch eine leichte Trendwende. Nach kontinuierlichen Anstiegen in den Vorjahren verzeichnete ihr Anteil 2023 einen ersten leichten Rückgang und sank 2025 von 56,2 auf 56,1 Prozent. Der Anteil der Wärmepumpen im Bestand stieg im Jahr 2025 um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktuelle Verkaufszahlen für Heizungsanlagen bestätigen diesen Trend: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 194.500 Wärmepumpen verkauft, was einem Zuwachs von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Absatz von Gasheizungen lag bei 134.000 Geräten, ein leichtes Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Bereits 2025 war die Wärmepumpe mit etwa 299.000 verkauften Anlagen das meistverkaufte Heizsystem in Deutschland, wodurch ihr Marktanteil von 48 Prozent (2025) auf 55 Prozent (1. Halbjahr 2026) stieg. Frau Enders äußerte die Hoffnung, diesen Trend bald auch bei der Gebäudeeffizienz, der Dämmung und dem Fenstertausch beobachten zu können.
Gebremster Solarausbau und wachsender Batteriespeicher-Markt
Der Updatebericht zeichnet beim Gebäudesolarausbau ein gemischtes Bild. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Zubau von Solaranlagen um 17 Prozent, wenngleich er sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt. Die Marke von rund 80 Gigawatt Gebäudesolar wurde insgesamt erreicht. Die Entwicklung bei Batteriespeichern gestaltet sich hingegen deutlich positiver. Im Juli wurden Speicherkapazitäten von 30 Gigawattstunden (GWh) und circa 2,6 Millionen Geräte erreicht. Monatlich kommen aktuell rund 47.400 neue Speicher hinzu. Ein besonders starkes Wachstum ist derzeit im Segment der Großbatteriespeicher zu verzeichnen. Trotzdem entfällt mit rund 24 GWh der Großteil der installierten Speicherkapazität auf Heimspeicher in Wohngebäuden. Der Speichermarkt wächst seit über einem Jahr schneller als der Solarmarkt, was die zunehmende Bedeutung von Flexibilität und Eigenverbrauch für die Energiewende im Gebäudesektor unterstreicht.














