Die politische Abkehr vom ursprünglichen Heizungsgesetz hat am Markt für sanierungsbedürftige Wohnimmobilien nicht zu der erhofften Belebung geführt. Entgegen den Erwartungen mancher Branchenbeobachter, wonach weniger strikte gesetzliche Vorgaben das Interesse an Objekten mit schwächeren Energieeffizienzklassen wieder wecken könnten, verharrt die Nachfrage auf verhaltenem Niveau. Dies belegen die Ergebnisse der aktuellen Marktumfrage von Remax Deutschland, für die bundesweit rund 800 Immobilienexperten befragt wurden.
Lediglich 2,2 Prozent der teilnehmenden Makler verzeichnen infolge der jüngsten Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) eine leicht gestiegene Nachfrage. Demgegenüber registriert fast ein Drittel der Befragten (31,1 Prozent) ein leicht rückläufiges Kaufinteresse an sanierungsbedürftigen Bestandsgebäuden. Bei 26,7 Prozent der Experten wird sogar ein deutlicher und bei 15,6 Prozent ein starker Rückgang beobachtet. Knapp jeder vierte Umfrageteilnehmer (24,4 Prozent) konstatiert, dass die Gesetzesänderung keinerlei messbare Auswirkung auf das Marktgeschehen entfaltet hat.
Finanzierungsrahmen und veränderte Risikowahrnehmung prägen den Markt
Ausschlaggebend für die Kaufzurückhaltung sind vor allem die anhaltend hohen Finanzierungskosten sowie die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit. Wie Loredana Scirè, Pressesprecherin von Remax Deutschland, hierzu erläutert, habe die Neufassung des Gesetzes primär die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer geschärft. Häuser mit Öl- oder Gasheizungen und hohem Modernisierungsbedarf seien für Interessenten zwar prinzipiell wieder denkbar, die Preisfindung müsse die künftigen Sanierungskosten jedoch zwingend widerspiegeln, damit Transaktionen zustande kommen.
Belastung durch Bodenrichtwerte und methodischer Hintergrund
Zusätzlicher Druck lastet auf dem Segment der Einfamilienhäuser mit großzügigen Grundstücken, die häufig in unmodernisiertem Zustand veräußert werden sollen. Mehr als zwei Drittel der Experten — exakt 68,9 Prozent — geben an, dass das Kaufinteresse an diesen Objekten aufgrund des Niveaus der aktuellen Bodenrichtwerte spürbar gesunken ist.
Die digitale Erhebung von Remax Deutschland wurde im Zeitraum vom 15. Juli bis zum 15. September 2026 unter lizenzierten Maklern aus allen Bundesländern durchgeführt. Das seit 2021 etablierte Marktbarometer erfasst Stimmungen sowie Markttendenzen auf einer Skala von -5 (sehr schlecht) bis +5 (sehr positiv) und bildet neben Vermarktungszeiten und Preisverläufen auch strukturelle Trends des deutschen Immobilienmarktes ab.













