Die jüngste Highrise-Studie von Cushman & Wakefield zur Entwicklung der Frankfurter Hochhausnutzung beleuchtet einen maßgeblichen Trend im Bürosegment der Stadt. Die Untersuchung, die 59 Hochhäuser mit insgesamt etwa zwei Millionen Quadratmetern Bürofläche einschließt, demonstriert eine ausgeprägte Präferenz für qualitativ hochwertige Objekte – ein Phänomen, das als „Flight to Quality“ bezeichnet wird. Diese Entwicklung konzentriert die Nachfrage insbesondere auf Neubauten und modernisierte Bestandsflächen.
Die Analyse der bis 2030 bekannten Mieterbewegungen zeigt, dass sich die Anmietungen stark auf zeitgemäße Gebäude fokussieren. Fast zwei Drittel aller bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Anmietungen betreffen Hochhäuser, die seit 2021 fertiggestellt wurden oder bis 2030 hinzukommen. Speziell Gebäude der Baujahre 2021 bis 2025 vereinen 45 Prozent der bis 2030 erwarteten Anmietungen auf sich. Weitere 19 Prozent entfallen auf Neubauten, die ab 2026 realisiert werden. Parallel dazu verzeichnen ältere Hochhäuser, insbesondere solche aus den Jahren 1991 bis 2010, überproportional hohe Mieterabgänge, welche 61 Prozent aller bis 2030 dokumentierten Auszüge ausmachen. Dies verdeutlicht den Wunsch der Unternehmen nach modernen, ESG-konformen und qualitativ hochwertigen Flächen.
Mieterbindung und Marktsegmente
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist die hohe Loyalität der Nutzer gegenüber dem Hochhaussegment. Von über 500 erfassten Mieterbewegungen zeugen viele von innerstädtischen Umzügen, bei denen Unternehmen innerhalb des Frankfurter Hochhausmarktes verbleiben. Branchen wie Banken, Finanzdienstleister, internationale Kanzleien und Beratungsunternehmen zeigen eine ausgeprägte Präferenz für diesen Gebäudetyp. Bei Flächenoptimierungen oder Standortwechseln tendieren diese Nutzer überwiegend zu modernen Hochhausflächen. Prominente Beispiele hierfür sind Unternehmen wie ING DiBa, Allen & Overy oder Lincoln International, welche diesen Trend bestätigen.
- —Banken und Finanzdienstleister dominieren den Markt mit 47 Prozent der vermieteten Bürofläche.
- —Anwaltskanzleien folgen mit einem Anteil von 13 Prozent.
- —Beratungsgesellschaften belegen 12 Prozent der Flächen.
- —Große Nutzer umfassen die Europäische Zentralbank, Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank, Commerzbank und PwC.
Die Attraktivität neuer Hochhäuser wird durch hohe Vorvermietungsquoten belegt. Zahlreiche Flächen in kommenden Projektentwicklungen, darunter der CENTRAL PARX, Central Business Tower oder Fifty Five Westend, wurden bereits vor ihrer Fertigstellung an namhafte Unternehmen vermietet. Dies signalisiert, dass hochwertige Hochhausflächen zu den gefragtesten Büroprodukten in Frankfurt zählen und Unternehmen bereit sind, sich diese langfristig zu sichern. Auch künftige Anmietungen werden maßgeblich von Finanzinstituten, Beratungsfirmen und Professional-Service-Unternehmen getragen, darunter Bloomberg, ING, KPMG, Commerzbank, Lincoln International, Franklin Templeton, Nomura und Bank of New York Mellon.
Ausblick auf die Marktentwicklung
Der aktuelle Leerstand in den Frankfurter Hochhäusern beträgt 214.770 Quadratmeter, entsprechend 11,8 Prozent der Gesamtfläche. Mit der Fertigstellung neuer Hochhäuser und unter Berücksichtigung bekannter Anmietungen sowie Auszügen wird die Leerstandsquote voraussichtlich zunächst auf 14,8 Prozent im Jahr 2026 und 15,4 Prozent im Jahr 2027 ansteigen. Eine deutliche Verbesserung der Situation wird jedoch mit zunehmender Absorption der neu geschaffenen Flächen erwartet. Für 2028 prognostiziert die Analyse bereits einen Rückgang auf 11,4 Prozent. Frankfurt verfügt zudem über ein erhebliches Entwicklungspotenzial, mit rund 143.800 Quadratmetern zusätzlicher Hochhausfläche bis 2030 und weiteren potenziellen 489.400 Quadratmetern im Zeitraum von 2031 bis 2040.













