Die EXPO REAL, die vom 5. bis 7. Oktober 2026 in München stattfand, verzeichnete eine leichte Zunahme der Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr. Mit 1.777 Ausstellern aus 37 Ländern und über 42.000 Teilnehmern aus 74 Ländern übertraf die Veranstaltung die Zahlen von 2025. Dies signalisiert ein anhaltendes Interesse am Immobilienmarkt, obgleich Investoren mit komplexen Finanzierungsbedingungen, hohen Baukosten und regulatorischen Hürden konfrontiert sind, welche die Realisierung von Projekten erschweren.
Die Messe umfasste 76.000 Quadratmeter in sieben Hallen und konzentrierte sich auf zentrale Themen wie Wohnungsbau, Finanzierung und investierbare Infrastruktur. Letzteres stellte erstmals einen eigenständigen Schwerpunkt dar. Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, konstatierte, dass sich leichtes Wachstum mit einer herausfordernden Realität vereint. Er betonte, dass viele Projekte in Deutschland unter erheblichem Druck stünden und strukturelle Probleme ungelöst blieben, jedoch ermutigende Signale von internationalen Märkten und Partnern für 2027 zu verzeichnen seien. Die Messeleitung sieht ihre Aufgabe darin, die EXPO REAL kontinuierlich weiterzuentwickeln, was mit der Einführung des Bereichs 'Investierbare Infrastruktur' gelungen sei.
Die Bedeutung investierbarer Infrastruktur
Der neue Fokus auf 'Investierbare Infrastruktur' unter dem Titel 'InfrastructureNow' beleuchtete die zunehmende Vernetzung von Immobilien und Infrastruktur. Der erweiterte Messeinhalt umfasste Energie-, digitale und soziale Infrastruktur sowie Verteidigung, wodurch die Schnittstellen und die Relevanz dieser Investmentbereiche für Immobilienstandorte stärker akzentuiert wurden. Diese strategische Ausrichtung wurde von Ausstellern und Besuchern positiv aufgenommen.
Alexander Heinzmann, CEO der BPD Immobilienentwicklung, unterstrich die Notwendigkeit, Immobilien und Infrastruktur gesamtheitlich zu betrachten. Insbesondere bei großen Stadt- und Quartiersentwicklungen sei die gemeinsame Planung von Wohnen, Mobilität, Energieversorgung, Grün- und Freiräumen sowie sozialer Infrastruktur von Beginn an entscheidend, um langfristig funktionierende Quartiere zu schaffen. Michael Henn, Global Head of Infrastructure Investments bei der Commerz Real Investmentgesellschaft mbH, ergänzte, dass Infrastruktur sich von einer separaten Assetklasse zu einem integralen Bestandteil moderner Real-Asset-Strategien entwickle. Er führte aus, dass der Wert eines Assets heute vermehrt in der dahinterstehenden Infrastruktur liege, von Energie- und Netzinfrastruktur bis hin zu Daten- und Digitalinfrastruktur.
Wohnungsbau und politische Rahmenbedingungen
Ein weiterer zentraler Bereich war der Wohnungsbau. Die Diskussionen konzentrierten sich darauf, wie trotz hoher Bau- und Finanzierungskosten sowie langwieriger Planungs- und Genehmigungsprozesse mehr bezahlbarer Wohnraum in Deutschland realisiert werden kann. Neben Neubauprojekten wurden auch Konzepte wie Aufstockung, Umnutzung, serielles und modulares Bauen sowie eine effizientere Flächennutzung erörtert. Die intensive Auseinandersetzung verdeutlichte die enge Verknüpfung von politischen Rahmenbedingungen, Investitionsentscheidungen und Projektumsetzung, was die Bedeutung des Dialogs zwischen Wirtschaft und Politik unterstreicht.
- —Jace Tyrell, Chief Executive von Opportunity London, hob die geschäftliche Relevanz der auf der Messe geknüpften Kontakte hervor, besonders im Kapitalbeschaffungsmarkt.
- —Bundesbauministerin Verena Hubertz betonte die Rolle der EXPO REAL als Marktplatz, wo alle Gewerke zusammenkommen und Lösungen für komplexe Herausforderungen entwickelt werden.
- —Prof. Dr. Alexander von Erdély, Vorstandssprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, bekräftigte die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, insbesondere im Kontext von seriellem und modularem Bauen als Antwort auf aktuelle Anforderungen.
- —Oguz Kusdil, Managing Director and Founder bei commonreal, beschrieb die erstmalige Teilnahme seines Unternehmens als wichtigen Schritt zur Sichtbarmachung der Positionierung im Bereich soziale Infrastruktur und zum Ausbau von Partnerschaften.














