Die sich wandelnden globalen Rahmenbedingungen, darunter die Energiewende, die fortschreitende Digitalisierung, die Urbanisierung sowie ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis, prägen maßgeblich die Anforderungen an Standorte und Immobilien. Gleichzeitig steigt der weltweite Investitionsbedarf im Bereich der Infrastruktur signifikant an. Gemäß Schätzungen des Global Infrastructure Hub der Weltbank wird dieser Bedarf bis zum Jahr 2040 voraussichtlich 94 Billionen US-Dollar erreichen. Da die öffentliche Hand diesen Finanzierungsaufwand nicht mehr allein decken kann, rückt das Segment der investierbaren Infrastruktur verstärkt in den Fokus von Investoren, Projektentwicklern, Betreibern und Finanzierern.
Die EXPO REAL, als führende europäische Fachmesse für Immobilien, Investitionen und Infrastruktur, adressiert diese Entwicklung mit der Einführung des neuen Themenbereichs "InfrastructureNow". Vom 5. bis 7. Oktober 2026 wird in München erstmals eine eigene Plattform für investierbare Infrastruktur geschaffen. Diese umfasst ein dediziertes Forum, ein umfangreiches Konferenzprogramm sowie eine begleitende Sonderschau. Claudia Boymanns, Exhibition Director der EXPO REAL, betont, dass Immobilie und Infrastruktur sowohl wirtschaftlich als auch in der Investitionspraxis zunehmend konvergieren. Diese Schnittstelle werde mit "InfrastructureNow" sichtbar gemacht.
Fokussierte Wachstumssegmente der Infrastruktur
Der Schwerpunkt des neuen Themenbereichs liegt auf vier spezifischen Wachstumssegmenten. Die Energieinfrastruktur, welche Wind- und Solarparks, Stromnetze und Speicherlösungen umfasst, gilt als zentrales Zukunftsthema der Branche. Die digitale Infrastruktur, bestehend aus Rechenzentren, Glasfasernetzen sowie Daten- und KI-Anwendungen, bildet das Fundament einer vernetzten Wirtschaft. Hier steigt der Bedarf proportional zum Wachstum digitaler Anwendungen. Soziale Infrastruktur, darunter Schulen, Kindergärten und Gesundheitseinrichtungen, gewinnt als langfristiges Investmentobjekt an Bedeutung. Ein vergleichsweise neues Segment ist Defense, das die Infrastruktur um eine sicherheitspolitische Komponente erweitert.
Frau Boymanns erläuterte, dass es bei Defense nicht um Rüstung, sondern um die dahinterliegenden Immobilien und Anlagen geht. Dazu zählen Logistik- und Ausbildungsflächen, Cyberabwehr- und Rechenzentren sowie Infrastruktur, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden kann. Der Investitionsbedarf in diesem Bereich ist erheblich, und viele Investoren, die dieses Segment zuvor gemieden haben, bewerten es nun neu. Das Konferenzprogramm der EXPO REAL 2026 wird diese Aspekte umfassend behandeln.
Vorträge, Panels und Diskussionsrunden werden Investmentstrategien, Finanzierungsmodelle, mögliche Partnerschaften, aktuelle Markttrends und regulatorische Rahmenbedingungen beleuchten. Ergänzend dazu werden Praxisbeispiele aus allen vier Segmenten präsentiert. Die Sonderschau dient der Vorstellung konkreter Anlagestrategien und passender Projekte, wobei nicht nur der Bau, sondern auch Betrieb und Finanzierung im Fokus stehen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer integrierten Betrachtung von Immobilien und Infrastruktur, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.














