Mit der Veröffentlichung ihres Arbeitsprogramms 2027 hat die Europäische Kommission ein deutliches Signal an die europäische Immobilienwirtschaft gesendet. Die Schwerpunkte der Brüsseler Exekutive zielen darauf ab, Investitionsanreize zu reaktivieren und die Rahmenbedingungen für die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum spürbar zu verbessern. Nach Einschätzung des Zentralen Immobilien Ausschusses markiert das Programm einen notwendigen Kurswechsel angesichts hoher Baukosten und einer anhaltend verhaltenen Neubautätigkeit in Europa.
Verfahrensbeschleunigung und Erleichterungen bei der Kreditvergabe
ZIA-Präsidentin Iris Schöberl betonte, dass aus Brüssel im Jahr 2027 wichtige Impulse für die Branche ausgehen können. Um den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen, benötige der Sektor ein höheres Umsetzungstempo sowie einen konsequenten Abbau bürokratischer Hemmnisse. Als wesentliche Hebel gelten dabei die angekündigte Initiative zur Beschleunigung behördlicher Genehmigungsverfahren und ein gesondertes Vereinfachungspaket für den Wohnungsbau. Durch verschlankte Prozesse und weniger Reglementierung sollen Hemmschwellen abgebaut und privates Kapital wieder effektiver für den Wohnungsbau mobilisiert werden.
Einen weiteren zentralen Pfeiler bildet das geplante europäische Bankenpaket. Dieses soll darauf hinwirken, die Kreditversorgung von Unternehmen und konkreten Projektentwicklungen zu erleichtern. Nach Ansicht von Branchenvertretern ist ein stabiler und unbürokratischer Zugang zu Finanzierungen die Grundvoraussetzung, um notwendige Investitionen im Neubau, in Bestandsimmobilien sowie in die ökologische Transformation planbar realisieren zu können.
Regulatorische Anforderungen und Potenziale der Binnenmarkt-Harmonisierung
Trotz der angekündigten Erleichterungen sieht der Spitzenverband auch anspruchsvolle regulatorische Weichenstellungen im Arbeitsprogramm verankert. Das geplante Omnibus-Paket zur Überarbeitung des Energierechts sowie Initiativen zur baulichen Anpassung an zunehmende Hitzewellen werden spürbare Auswirkungen auf Einzelgebäude und gesamte Quartiere entfalten. Der Verband mahnt hierbei an, praxisgerechte Lösungen zu finden, um die Wirtschaft in dieser Transformationsphase nicht übermäßig zu belasten.
- —Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und Bereitstellung eines Vereinfachungspakets für den Wohnungsbau
- —Verbesserung der unternehmerischen Kreditversorgung durch das geplante Bankenpaket für Neubau und Bestand
- —Neujustierung der Energiegesetzgebung und Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung bei Quartieren
- —Stärkere Standardisierung und Ausbau des Binnenmarktes zur Förderung serieller Sanierungsmethoden
Parallel dazu treibt die Europäische Union die Vertiefung des Binnenmarktes voran. Eine weitergehende Vereinheitlichung bauwirtschaftlicher Standards eröffnet beträchtliche Produktivitätsgewinne und Skaleneffekte. Methoden wie das serielle Sanieren sowie europaweit harmonisierte Bauprozesse bieten das Potenzial, Modernisierungen und Neubauvorhaben künftig zeiteffizienter und wirtschaftlicher abzuwickeln.
Iris Schöberl hob hervor, dass die Vorhaben der Kommission wesentlich dazu beitragen können, Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und soziale Spannungen im Bereich des Wohnraums abzubauen — verbunden mit positiven Impulsen für die Gesamtwirtschaft. Der Zentrale Immobilien Ausschuss kündigte an, die anstehenden legislativen Schritte in Brüssel fachlich fundiert zu begleiten und die Interessen der Immobilienwirtschaft aktiv in die europäischen Konsultationen einzubringen.














