Der Transaktions- und Finanzierungsmarktplatz Europace erweitert in Zusammenarbeit mit der VALUE AG sein digitales Serviceangebot. Anfang Oktober wurde der gemeinsam betriebene Unterlagenshop um die Dienstleistungen des Start-ups meinhaus.digital ergänzt. Die Plattform des Unternehmens aus Schwäbisch Gmünd ermöglicht es Finanzierungsberatern, bau- und bewertungsrelevante Unterlagen direkt im System auszuwählen und digital in Auftrag zu geben.
Das Leistungsportfolio von meinhaus.digital umfasst unter anderem präzise Grundrisse, detaillierte Wohnflächenberechnungen, fundierte Schätzungen für anstehende Umbaukosten sowie erforderliche Energieunterlagen. Diese Dokumente sind insbesondere im Rahmen von Modernisierungs-, Renovierungs- und Sanierungsvorhaben unverzichtbar. Das Unternehmen stellt die benötigten Ausarbeitungen innerhalb einer Frist von 24 bis 72 Stunden bereit, wodurch sie zeitnah bei finanzierenden Instituten sowie Förderanstalten eingereicht werden können.
Beschleunigte Prozesse in der Bestandsfinanzierung
Stefan Münter, Co-Vorstandsvorsitzender von Europace, verweist auf das veränderte Marktumfeld im Immobiliensektor. Angesichts anhaltend hoher Neubaukosten verlagere sich die Nachfrage zunehmend auf Bestandsimmobilien, was das Aufkommen an finanzierungsrelevanten Sanierungsprojekten spürbar erhöhe. Die Bereitstellung der Services auf Europace schließe eine operative Lücke und bringe spürbare Effizienzgewinne für die beratenden Partner.
Auch seitens der Gutachter und Bewerter wird der Schritt begrüßt. Cnut Siebert, Vorstand für Immobilienbewertung bei der VALUE AG, betont, dass lückenhafte Unterlagen die Bewertungsverfahren und damit den gesamten Darlehensprozess erheblich verzögern. Kaufinteressenten stünden jedoch meist unter hohem Zeitdruck. Die direkte Integration löse diesen Engpass auf, während beide Partner bereits an weiteren gemeinsamen Leistungsangeboten arbeiten.
Hintergrund zur Kooperation und Marktresonanz
Die Initiative geht auf Gespräche im Rahmen der 44. Europace-Konferenz zurück, die im Juni dieses Jahres in Berlin stattfand. Carolin Krebber, Mitgründerin und Architektin von meinhaus.digital, berichtete, dass der erhebliche Zeitaufwand für die Beschaffung fehlender Dokumente dort zentral diskutiert worden sei. Aus diesem konkreten Problem entstand innerhalb weniger Monate die nun umgesetzte technische Anbindung.
Öffentliche Aufmerksamkeit erfuhr das von Carolin Krebber und Leonie Dowling gegründete Start-up jüngst auch im Fernsehen: In der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ sicherten sich die Gründerinnen eine Beteiligungszusage der Investoren Jana Ennsthaler und Carsten Maschmeyer. Die Ausstrahlung verbuchte nach vorläufigen AGF-Messungen 1,25 Millionen Zusehende und einen Marktanteil von 11,4 Prozent im werberelevanten Segment der 14- bis 59-Jährigen.













