Die Elektrifizierung des deutschen Güterverkehrs schreitet voran, wobei Deutschland eine zentrale Rolle als Logistikdrehscheibe Europas einnimmt. Angesichts einer erheblichen Anzahl neu zugelassener elektrischer Lastkraftwagen im Jahr 2025 und der Bedeutung des Landes für den europäischen Frachtverkehr, intensiviert ENGIE Deutschland die Entwicklung der dazugehörigen Infrastruktur.
Der Bund und die Autobahn GmbH haben ENGIE Vianeo, die innerhalb der ENGIE-Gruppe für E-Ladeinfrastruktur zuständige Marke, mit der Realisierung des Loses Südost des bundesweiten Programms für Lkw-Ladeinfrastruktur betraut. Dieser Auftrag umfasst die Konzeption, Errichtung und den Betrieb von insgesamt 26 Standorten, die 173 Ladepunkte entlang strategisch wichtiger Autobahnabschnitte umfassen.
Jan-Niklas Ellerich, Geschäftsführer von ENGIE Vianeo in Deutschland, betonte die Bedeutung dieses Projekts für die Dekarbonisierung des Güterverkehrs in Europa. Er hob hervor, dass die Schaffung einer leistungsfähigen Infrastruktur für Spediteure essentiell sei, um den Übergang zu emissionsfreien Flotten zu ermöglichen. Dieser Großauftrag untermauert die Position von ENGIE Vianeo als führender europäischer Anbieter von Ladeinfrastruktur im Schwerlastverkehr und unterstreicht die technologische Expertise des Unternehmens im Bereich des Megawattladens, einer Schlüsseltechnologie für den elektrischen Straßenfernverkehr.
Megawatt-Ladenetz und europäische Anbindung
Das Los Südost beinhaltet 173 Ladepunkte, davon 105 MCS-Ladepunkte (Megawatt Charging System). Diese bilden den größten Anteil an Megawatt-Ladepunkten innerhalb des gesamten Bundesprogramms. Die Anlagen sind darauf ausgelegt, Ladeleistungen von bis zu 1.000 Kilowatt zu erbringen, um den spezifischen Anforderungen des elektrischen Langstrecken-Lkw-Verkehrs gerecht zu werden, wie hohe Auslastung und kurze Ladezeiten.
Die 26 Standorte werden entlang der drei europaweit wichtigen Achsen des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) – Rhein-Donau, Skandinavien-Mittelmeer und Nordsee-Rhein-Mittelmeer – errichtet. Dies soll eine signifikante Verdichtung des europäischen Ladenetzes für den Güterverkehr ermöglichen. Nicolas Cournu, Managing Director Europe von ENGIE Vianeo, hob hervor, dass die Elektrifizierung des Straßenverkehrs ein zentraler Faktor für die Dekarbonisierung in Europa sei. Dieser Auftrag stelle einen wesentlichen Meilenstein beim Aufbau eines europäischen Hochleistungsladenetzes dar und demonstriere die Fähigkeit, die Transformation des Güterverkehrs durch innovative Infrastruktur entlang großer Logistikkorridore voranzutreiben.
Engagemant in Deutschland und Europa
ENGIE Vianeo ist seit Juli 2025 auf dem deutschen Markt aktiv und verfolgt das Ziel, leistungsstarke und zuverlässige Ladelösungen für eine klimafreundliche Mobilität anzubieten. Das Unternehmen bringt hierbei Erfahrungen aus Projekten in Frankreich und Belgien ein, wie dem ersten Schnelllade-Korridor für E-Lkw zwischen Lyon und Paris. Bis 2030 strebt ENGIE Vianeo an, mit 25.000 Ladepunkten, davon 1.000 spezielle für den Schwerlastverkehr, zu den fünf größten Betreibern öffentlicher Ladeinfrastruktur in Europa zu gehören. Aktuell betreibt das Unternehmen ein Netzwerk von über 11.000 Ladepunkten in Europa, einschließlich 890 an französischen Autobahnen und über 7.000 in Belgien.
Ein weiteres Projekt in Deutschland betrifft die nachhaltige Mobilität im Schwerlastverkehr in Kooperation mit dem Seehafen Kiel. Im August 2026 soll dort der erste von zwei Standorten mit Lkw-Ladepunkten in Betrieb genommen werden, die als Präzedenzfälle für nachhaltige Hafenlogistik in Europa dienen.













