Angesichts der bevorstehenden kalten Jahreszeit gewinnen die Themen Heizkosten und Energieeffizienz für Kaufinteressenten spürbar an Bedeutung. Eine Untersuchung des Maklernetzwerks eXp Germany beleuchtet nun, wie hoch der Anteil der angebotenen Wohnimmobilien ist, die mindestens die Energieeffizienzklasse C aufweisen. Grundlage der Marktanalyse bilden 291.092 Verkaufsangebote auf dem Portal Immowelt.
Das bundesweite Gesamtergebnis fällt verhalten aus: Lediglich 50.765 der erfassten Häuser und Wohnungen wurden mit einer Energieeffizienzklasse von C oder besser inseriert. Dies entspricht einer Quote von 17,4 Prozent über alle Bundesländer hinweg. Bei der regionalen Aufschlüsselung treten zugleich deutliche Diskrepanzen zwischen den einzelnen Märkten zutage.
Der Norden und Berlin führen das Ranking an
Den höchsten Anteil verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern. Dort weisen 2.236 von 7.097 untersuchten Objekten die Energieeffizienzklasse C oder besser aus, was einer Quote von 31,5 Prozent entspricht. Berlin folgt mit 30,3 Prozent auf dem zweiten Platz; in der Bundeshauptstadt erfüllen 3.527 von insgesamt 11.655 erfassten Verkaufsangeboten dieses Kriterium. Damit liegt der Anteil in Mecklenburg-Vorpommern mehr als dreimal so hoch wie im letztplatzierten Bundesland.
- —Schleswig-Holstein belegt mit 22,3 Prozent den dritten Rang.
- —Hamburg und Brandenburg folgen mit 22,0 beziehungsweise 21,7 Prozent.
- —Bayern liegt mit 20,4 Prozent ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt.
- —Das Saarland bildet mit 9,9 Prozent das Schlusslicht des Ländervergleichs.
Neben dem Saarland, in dem weniger als jedes zehnte Objekt die untersuchte Vorgabe erreicht, rangieren auch Rheinland-Pfalz mit 10,8 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 11,1 Prozent auf den hinteren Plätzen. Nordrhein-Westfalen stellte mit 53.659 Angeboten allerdings das volumenstärkste Teilportfolio der Analyse. Absolut betrachtet wurden dort 5.946 Objekte mit der Energieeffizienzklasse C oder besser beworben — die höchste Gesamtzahl unter allen Ländern.
Ganzheitliche Betrachtung von Modernisierungsaufwand und Kaufpreis
Mark Ritter, Geschäftsführer von eXp Germany, verweist darauf, dass mit sinkenden Temperaturen die Rolle der energetischen Beschaffenheit im Alltag für Kaufinteressenten greifbar wird. Neben dem reinen Kaufpreis gewinne die Frage nach künftigen Betriebskosten und notwendigen Investitionen an Gewicht. Die Energieeffizienzklasse biete hierfür einen wichtigen Anhaltspunkt, müsse jedoch stets im Gesamtzusammenhang des Bauwerks bewertet werden.
Nach Einschätzung von Ritter kann auch eine Immobilie mit geringerer Effizienz eine fundierte Erwerbsoption darstellen, sofern Einstandspreis und Modernisierungsaufwand in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Immobilienmakler unterstützen Interessenten dabei, Kriterien wie Baujahr, Zustand, Heiztechnik und bisherige Sanierungen verlässlich einzuordnen. Bei komplexen Detailfragen empfiehlt sich zudem die Hinzuziehung von Energieberatern oder Sachverständigen, um tragfähige Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.












