Ein Jahr nach Inkrafttreten der bauplanungsrechtlichen Erleichterungen zieht die Immobilienwirtschaft eine positive Zwischenbilanz des sogenannten Bau-Turbos. Das Instrument ermöglicht es Kommunen zunehmend, geplante Bauprojekte zügiger in die Realisierung zu überführen. Nach Einschätzung von Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), schafft die Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse spürbare Entlastungen für alle Beteiligten bei der Bereitstellung von Wohnraum.
Wesentlichen Anteil an der Etablierung in den Kommunen hat nach Verbandsangaben das Umsetzungslabor des Bundesbauministeriums. Das Format dient Ländern und Gemeinden als Austausch- und Lernplattform, bündelt praktische Erfahrungswerte und unterstützt Verwaltungen bei der Anwendung der neuen Rahmenbedingungen. Der Bund-Länder-Kommunen-Dialog entspricht einer langjährigen Kernforderung des ZIA, um bestehende Hürden im Vollzug abzubauen.
Flächenschonung und langfristige Planungssicherheit
Neben Verfahrenszeiträumen wirkt sich das Regelwerk auch auf den Flächenverbrauch positiv aus. Der Bau-Turbo erleichtert insbesondere Nachverdichtungen auf bereits versiegelten Arealen sowie Gebäudeaufstockungen im Bestand. Dies erlaubt es Projektentwicklern, Wohnraum effizient und ressourcenschonend zu schaffen.
Angesichts der bisherigen Erfahrungen fordert der ZIA, die Geltungsdauer des Instruments über das Jahr 2030 hinaus zu verlängern. Eine frühzeitige Entfristung sei notwendig, um Kommunen und Vorhabenträgern die erforderliche Planungssicherheit für künftige Entwicklungen zu gewährleisten.
Impulse für Gebäudetyp E und BauGB-Novelle
Den beim Bau-Turbo gezeigten politischen Willen mahnt der Spitzenverband nun auch für weitere legislative Vorhaben an. Dies gelte primär für den Gebäudetyp E: Eine signifikante Senkung der Herstellungskosten sei nur erreichbar, wenn ein einfacherer Basisstandard zur gängigen Baupraxis werde. Für die anstehende BauGB-Novelle fordert der ZIA neben der konsequenten Einführung digitaler Verfahrensweisen zudem klare zeitliche Begrenzungen für behördliche Planungsphasen.
Zur statistischen Erfassung der Marktentwicklung verweist die Branche auf die Analyseplattform ZIA-BuildMap, die in Kooperation mit Syte betrieben wird. Die Plattform aggregiert amtliche Daten auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte und stellt Kennzahlen zu Wohnungsbaugenehmigungen und Baufertigstellungen transparent gegenüber.














