Revitalisierung militärischer und kaufmännischer Liegenschaften
Die Umnutzung denkmalgeschützter Bausubstanz stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Auf Mallorca wandelte der Architekt Antonio Obrador die Festung Cap Rocat, die Ende des 19. Jahrhunderts zur Verteidigung der Bucht von Palma erbaut worden war, in ein Luxushotel um. Ehemalige Kanonenstellungen dienen nun als Suiten mit privaten Pools, während alte Wehrgänge die Gebäudeteile verbinden und das Spa zwölf Meter unter der Erde liegt. Die Sandsteinarchitektur fügt sich in die Küstenlinie ein; das Vorhaben erhielt den Europa-Nostra-Preis.
In Málaga revitalisierte Obrador das 1789 vom Kaufmann Félix Solesio errichtete Palacio Solecio. Das Gebäude diente einst als Wohnhaus sowie als Umschlaglager für Spielkarten im Transatlantikhandel. Nach langem Leerstand erfolgte 2019 die Neueröffnung als Boutiquehotel. Die barocke Fassade, historische Wandmalereien und schmiedeeiserne Balkone blieben bestehen, während der mit Arkaden versehene Innenhof das maurisch-andalusische Bauerbe Málagas widerspiegelt.
Transformation historischer Residenzen und Ensembles
An der Algarve transformierte das Lissabonner Architekturbüro Fragmentos die Residenz der Familie Tavares aus dem 18. und 19. Jahrhundert in das 2025 eröffnete Palácio de Tavira. Die klassizistische Fassade, historische Keramiken und die originale Steintreppe blieben erhalten. Ein Neubau namens Medina ergänzt das Anwesen mit verwinkelten Gassen und Patios, während Designerin Isabel Câmara Pestana bei der Innenausstattung auf regionales Handwerk und traditionelle Farbtöne setzt.
Im französischen Loiretal vereint das Relais d’Amboise unterhalb des königlichen Schlosses Bauteile aus mehreren Epochen. Das Pariser Studio Roque Intérieurs verband ein ehemaliges Renaissance-Minimenkloster mit der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Maison du Duc des Herzogs von Choiseul. Mehr als 500 Jahre alte, in den Tuffstein geschlagene Felsräume — die Greniers de César — sowie das Spa des Roches binden die regionale Topografie direkt in das Hotelensemble ein.
In Marrakesch erfuhr das 1923 eröffnete Hotel La Mamounia zum hundertjährigen Bestehen eine behutsame Weiterentwicklung durch Patrick Jouin und Sanjit Manku. Die Ursprünge des Anwesens gehen auf einen Garten zurück, den Sultan Mohammed Ben Abdallah im 18. Jahrhundert Prinz Al Mamoun schenkte. Frühere Interventionen von Jacques Garcia verbanden bereits marokkanische Handwerkskunst mit Art déco; die jüngste Neugestaltung ergänzt die historische Substanz um zeitgenössische Elemente in der Lobby und im Salon d’Honneur.
- —Erhalt denkmalgeschützter Originalsubstanz bei zeitgleicher Integration moderner Gebäudetechnik
- —Sensible Umnutzung historischer Wehr- und Festungsbauten zu exklusiven Suiten und Spas
- —Nutzung lokaler Handwerkstechniken und ortstypischer Baumaterialien wie Tuff- und Sandstein
- —Verbindung historischer Gebäudeflügel mit Neubauten unter Wahrung des regionalen Kontextes













