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Marktanalyse··3 min

Colliers-Marktbericht: Ackerlandpreise steigen seit 2020 um 30 Prozent

Trotz rückläufiger Handelsflächen verzeichnet der deutsche Agrarmarkt 2024 einen Rekordumsatz von 3,1 Milliarden Euro bei starkem regionalem Preisgefälle.

KI-generiertColliers-Marktbericht: Ackerlandpreise steigen seit 2020 um 30 Prozent – KI-generiertes Symbolbild
Colliers-Marktbericht: Ackerlandpreise steigen seit 2020 um 30 Prozent. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Auf dem deutschen Markt für landwirtschaftliche Nutzflächen verknappt sich das Angebot spürbar, während die Bodenwerte weiter anziehen. Wie der aktuelle Agrar-Marktbericht 2026/2027 des Immobiliendienstleisters Colliers belegt, sank das gehandelte Volumen an Acker- und Grünland zwischen 2015 und 2024 um rund 34 Prozent auf knapp 82.800 Hektar. Gleichzeitig erreichte der monetäre Gesamtumsatz im Jahr 2024 mit rund 3,1 Milliarden Euro den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Im Bundesdurchschnitt kostete ein Hektar Ackerland zuletzt etwa 40.500 Euro, was einer Verteuerung von 30 Prozent gegenüber dem Niveau von 2020 entspricht.

Ausgeprägte regionale Preisunterschiede und Pachtdruck

Die Kaufwerte weisen im Bundesgebiet erhebliche Differenzen auf. Spitzenreiter bei den Ackerlandpreisen ist Bayern mit durchschnittlich rund 92.900 Euro je Hektar, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 87.700 Euro und Niedersachsen mit 62.000 Euro. In den ostdeutschen Bundesländern fällt das Preisniveau dagegen deutlich moderater aus: In Brandenburg wurden im Schnitt 15.000 Euro je Hektar notiert, in Sachsen 17.100 Euro, in Sachsen-Anhalt 24.400 Euro und in Mecklenburg-Vorpommern 25.200 Euro. Ausschlaggebend für diese Spanne sind neben der Ertragsfähigkeit des Bodens auch die Grundstücksgrößen — im Osten dominieren weitläufigere Einheiten den Markt, während im Westen zumeist kleinere Parzellen veräußert werden.

Die Preissteigerungen treffen auf einen kontinuierlich schrumpfenden Gesamtbestand. Von den rund 16,6 Millionen Hektar Agrarfläche gingen seit 1995 etwa 636.000 Hektar an Siedlungs- und Verkehrsprojekte verloren. Angesichts der hohen Ankaufskosten gewinnt das Pachtsegment an Bedeutung, zumal etwa 60 Prozent der Agrarflächen gepachtet sind. Innerhalb von zehn Jahren stieg die durchschnittliche Ackerpacht um 47 Prozent von 277 Euro im Jahr 2013 auf 407 Euro je Hektar im Jahr 2023. Spitzenwerte verzeichnen hierbei Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Eckbrecht von Grone, Head of Land & Forst bei Colliers, erläutert dazu, dass die Zupacht für viele Landwirte wirtschaftlich sinnvoller sei, um Betriebe weiterzuentwickeln, ohne erhebliche Finanzmittel im Boden zu binden. Eigentümern wiederum böten langfristige Verträge attraktive Ertragsperspektiven.

Strukturwandel und alternative Nutzungsformen

Parallel setzt sich der strukturelle Wandel fort: Zwischen 2010 und 2025 ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um rund 15 Prozent zurück, während die bewirtschaftete Fläche lediglich um ein Prozent sank. Agrarbetriebe ab 100 Hektar stellen zwar nur 15 Prozent aller Betriebe, bewirtschaften inzwischen jedoch über 64 Prozent der Gesamtfläche. Der ökologische Landbau beansprucht inzwischen 11,5 Prozent der Nutzfläche und stellt 14,1 Prozent der Betriebe. Da Ökobetriebe lediglich etwa die Hälfte der konventionellen Flächenerträge erwirtschaften, sind staatliche Fördermittel wirtschaftlich entscheidend, weshalb der Ökolandbau bevorzugt auf ertragsschwächeren Böden stattfindet. Der Marktanteil von Bio-Milch liegt bei 4,5 Prozent.

  • —Ackerlandpreise: Bayern führt mit 92.900 Euro je Hektar vor Nordrhein-Westfalen (87.700 Euro) und Niedersachsen (62.000 Euro).
  • —Pachtniveau: Anstieg der bundesweiten Ackerpacht binnen einer Dekade um 47 Prozent auf 407 Euro je Hektar.
  • —Erneuerbare Energien: Photovoltaik-Freiflächen erzielen Pachten von 3.000 bis 4.500 Euro je Hektar und Jahr; Windenergieanlagen erbringen 50.000 bis 100.000 Euro jährlich je Anlage.

Zusätzliche Einnahmequellen wie Windkraft und Photovoltaik intensivieren die Konkurrenz um geeignete Flächen weiter. Caspar von Wilamowitz, Senior Consultant Land & Forst bei Colliers, betont, dass Agrarflächen infolge begrenzter Verfügbarkeit, hoher Nachfrage und stabiler Wertsteigerung eine interessante Anlageklasse bleiben. Die Preisdifferenzen böten Investoren differenzierte Einstiegsoptionen, wobei Bodenqualität und langfristige Nutzungskonzepte ausschlaggebend seien.

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