Die Bundesregierung hat, entsprechend einer Vereinbarung im Koalitionsvertrag, ein Bundesberatungsnetzwerk ins Leben gerufen, das sich der Bündelung von Beratungskompetenzen zum Thema Azubi-Wohnen widmet. Dieses Netzwerk fungiert als zentrale Anlaufstelle und soll weitere Akteure für das Segment des Auszubildenden-Wohnraums gewinnen. Die Initiative zielt darauf ab, die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung zu verbessern.
Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, hob hervor, dass der Ausbildungsbeginn für viele junge Menschen den Schritt in die erste eigene Wohnung darstelle. Sie betonte die Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum, insbesondere für Auszubildende, zu finden. Die Bundesregierung investiert seit 2023 jährlich 500 Millionen Euro in das Programm „Junges Wohnen“, ein Betrag, der ab 2027 auf 1 Milliarde Euro ansteigen soll. Diese Mittel dienen der gezielten Förderung des Baus von Wohnheimen für Studierende und Auszubildende.
Fokus auf Know-how und Kooperation
Neben finanzieller Unterstützung wird dem Wissens- und Beratungsaspekt eine hohe Bedeutung beigemessen. Das Netzwerk beabsichtigt, Informationen zu bündeln und Unternehmen sowie Kommunen gezielt zu informieren. Ziel ist es, bewährte Beispiele und Kooperationsmodelle bundesweit bekannt zu machen. Die Ministerin unterstrich, dass die Bereitstellung von Wohnraum für den Nachwuchs als Wirtschaftsförderung, Standortsicherung und zugleich als Investition zu verstehen sei.
Kerstin Griese, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, betonte die Relevanz bezahlbaren Wohnraums für junge Menschen, die eine Ausbildung außerhalb ihrer Heimatregion aufnehmen. Sie äußerte sich erfreut über die Etablierung des Netzwerks, welches zur Zusammenführung von Ausbildungsplätzen und Auszubildenden beitrage. Dies reduziere Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt und fördere die Entwicklungschancen junger Menschen. Eine fundierte Ausbildung bleibe, auch im Kontext aktueller technologischer Entwicklungen, der wirksamste Schutz vor Arbeitslosigkeit und die Basis für eine gesicherte Existenz. Die Initiative leiste zudem einen Beitrag zur Fachkräftesicherung, da die Auszubildenden von heute die Fachkräfte von morgen seien.
Struktur und Partner des Netzwerks
Das Bundesberatungsnetzwerk dient der Verbreitung von Informationen, guten Beispielen und Kooperationsmodellen im Bereich des Auszubildenden-Wohnens auf nationaler Ebene. Es setzt sich aus dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie sieben weiteren Partnern zusammen. Diese Partner agieren in unterschiedlichen Funktionen als Anlaufstellen für eine Vielzahl von Akteuren.
- —Bundesministerium für Arbeit und Soziales
- —RegioKontext GmbH
- —DIHK Service GmbH
- —Azubiwerk München e.V.
- —DGB-Jugend
- —Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
- —Verband der Kolpinghäuser e.V. (VKH)
Die genannten Netzwerkpartner bieten ihre Unterstützung Ländern und Verbänden, Unternehmen, Handwerksbetrieben, Bauträgern, kommunalen Akteuren, der lokalen Wirtschaftsförderung sowie den Auszubildenden selbst an. Durch diese breite Aufstellung soll eine umfassende Beratung und Vernetzung in der gesamten Breite des Marktes gewährleistet werden.













