Das Analysehaus IndustrialPort hat erstmals regionale Leerstandsquoten für Büroimmobilien vorgelegt. Die Erhebung verdeutlicht eine deutliche Konzentration des verfügbaren Flächenangebots auf die etablierten Zentren. In den mit der Bestnote OfficeScore AAA bewerteten Top-Lagen erreicht die Büro-Leerstandsquote aktuell 8,75 Prozent. Damit übertrifft sie das Niveau der führenden Standorte für Lager-, Logistik- und Produktionsimmobilien, deren Leerstand bei 7,5 Prozent liegt.
Zu den untersuchten Top-Märkten im Bürosektor zählen Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart. An diesen sieben Standorten summiert sich das derzeitige Angebot auf rund 8,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche. Ein strukturelles Ungleichgewicht wird beim Blick auf die Bestandsverteilung sichtbar: Obwohl auf diese Metropolen lediglich 24 Prozent des gesamten erfassten deutschen Büroflächenbestands entfallen, bündeln sie 52 Prozent des bundesweiten Gesamtangebots.
Regionale Spreizung und bundesweiter Durchschnitt
Außerhalb der sieben führenden Bürostädte fällt die Angebotsreserve spürbar geringer aus. In den übrigen Regionen liegt die Leerstandsquote bei lediglich 2,5 Prozent. Flächengewichtet über alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland ergibt sich ein rechnerischer Durchschnitt von 4,0 Prozent. Der Median über sämtliche 400 Kreiswerte beläuft sich auf 0,5 Prozent, was bedeutet, dass in genau der Hälfte der Regionen die Quote unter diesem Wert liegt. In 323 Kreisen und damit in gut vier von fünf Teilmärkten bleibt der Leerstand sogar unter der Marke von zwei Prozent.
Vergleich der Bestlagen bei Büro und Hallenflächen
Für die vergleichende Betrachtung stellte IndustrialPort die jeweils am höchsten bewerteten Standortklassen der beiden Nutzungsarten gegenüber. Da die Gruppen jeweils unterschiedliche Regionen abdecken, handelt es sich nicht um eine Gegenüberstellung identischer Orte. Außerhalb der jeweiligen AAA-Standorte kehrt sich das Bild um: Dort verzeichnen Hallenflächen einen Leerstand von 4,0 Prozent, während Büroflächen eine Quote von 2,5 Prozent aufweisen. In beiden Segmenten ist offen, in welchem Umfang diese Bestände künftig wieder wirtschaftlich tragfähig vermietet werden können.
Peter Salostowitz, Geschäftsführer von IndustrialPort, erläuterte hierzu, dass eine erstklassige Standortqualität nicht zwangsläufig mit Flächenknappheit einhergehe. Gerade führende Ballungsräume könnten infolge ihrer Größe und Marktaktivität gleichzeitig eine rege Nachfrage und ein umfangreiches Angebot aufweisen. Kennziffern wie Leerstand, Mietpreise, Renditen und Lagequalität sollten nach seiner Einschätzung daher stets als voneinander unabhängige Marktindikatoren gewertet werden.














