Auf dem New Yorker Markt für Mehrfamilienhäuser hat sich im dritten Quartal 2026 eine bemerkenswerte Verschiebung vollzogen: Brooklyn erzielte ein höheres Transaktionsvolumen als Manhattan. Laut dem aktuellen Quartalsbericht des Beratungsunternehmens Ariel Property Advisors verzeichneten die vier analysierten Stadtbezirke Manhattan, Brooklyn, Queens und die Bronx in den ersten drei Quartalen des Jahres insgesamt ein solides Wachstum. Das gesamte Marktvolumen belief sich über diesen Neunmonatszeitraum auf 6,99 Milliarden Dollar bei 1.044 Transaktionen, was einem Anstieg von 7,9 Prozent beim Volumen und 11,5 Prozent bei der Zahl der Abschlüsse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Im dritten Quartal sicherte sich Brooklyn mit einem Gesamtvolumen von 693,8 Millionen Dollar die Spitzenposition unter den Stadtteilen, obwohl dieser Wert im Jahresvergleich um 12,8 Prozent nachgab. Gleichzeitig stieg die Zahl der Transaktionen in Brooklyn im Vergleich zum dritten Quartal 2025 um 12,7 Prozent auf 178 Verkäufe. In Manhattan unterhalb der 96th Street sank das Dollarvolumen hingegen deutlich um 43,6 Prozent auf 685,2 Millionen Dollar, während die Zahl der Transaktionen leicht um 1,8 Prozent auf 58 stieg. Upper Manhattan oberhalb der 96th Street verbuchte derweil einen Volumenzuwachs von 32,8 Prozent bei einem Rückgang der Verkäufe um 5,9 Prozent auf 16 Abschlüsse.
Entwicklung in den weiteren Stadtteilen und Rückgang bei Großtransaktionen
Auch in den anderen Bezirken New Yorks verlief das Quartal uneinheitlich. In Queens stieg das Dollarvolumen im Jahresvergleich um 26,9 Prozent, gestützt von 62 Verkäufen (ein Plus von 1,6 Prozent). Die Bronx hingegen meldete einen Rückgang des Volumens um 5,0 Prozent auf 123,5 Millionen Dollar sowie ein Minus von 9,7 Prozent bei den Abschlüssen auf insgesamt 28 Transaktionen. Insgesamt fiel das Dollarvolumen über alle vier Bezirke im dritten Quartal um 23,3 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere der Rückgang großvolumiger Transaktionen: Es wurden lediglich vier Deals über der Marke von 50 Millionen Dollar mit einem Gesamtvolumen von 388,7 Millionen Dollar registriert — im Vorjahresquartal waren es noch acht Transaktionen im Wert von 999,2 Millionen Dollar gewesen.
Hinsichtlich der Gebäudestruktur entfiel der Großteil des Kapitals auf weitgehend unregulierte Wohnbestände. Objekte, deren Wohnungen zu mindestens 75 Prozent frei vermietbar sind, machten 63,1 Prozent des gesamten Quartalsvolumens aus. Wohnanlagen mit einem Anteil von mindestens 75 Prozent mietpreisgebundenen Einheiten kamen auf einen Marktanteil von 19,2 Prozent, während geförderter Wohnungsbau 8,3 Prozent des investierten Kapitals auf sich vereinte.
Regulatorischer Druck und Ausblick auf das Jahresende
Shimon Shkury, Präsident und Gründer von Ariel Property Advisors, erklärte, dass sich die deutliche Spaltung im Markt über die verschiedenen Gebäudeklassen hinweg fortsetze. Frei finanzierte Bestände sowie geförderter Wohnungsbau mit berechenbaren Cashflows stünden weiterhin im Fokus der Investoren. Mietpreisgebundene Portfolios stünden dagegen aufgrund regulatorischer Auflagen und anspruchsvoller Finanzierungsbedingungen unter erheblichem Bewertungsdruck.
Für das vierte Quartal prognostiziert der Bericht eine spürbare Belebung. Das dritte Quartal dürfte den Tiefpunkt des Jahres 2026 markiert haben. Verträge, die während der Zinsbewegungen im Sommer ins Stocken geraten waren, drängten nun vor dem Jahreswechsel zum Abschluss, was sich bereits in den Zahlen für den Monat Oktober abzeichne.













