Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) hat einen langfristigen Rahmenvertrag mit dem Zirkulärbau-Spezialisten Concular unterzeichnet. Die Vereinbarung erstreckt sich bis zum Jahr 2030 und zielt darauf ab, die Wiederverwendung von Bauprodukten im größten öffentlichen Gebäudebestand der Bundesrepublik strukturiert zu verankern. Nach dem Projekt auf dem Areal Berlin TXL markiert dieser Abschluss den zweiten umfassenden Rahmenvertrag dieser Art für Concular.
Im Rahmen der Partnerschaft übernimmt Concular die strategische Beratung, die Fachplanung sowie die baubegleitende Umsetzung der Zweitverwendung von Baukomponenten für die landeseigenen Liegenschaften. Die Kooperation knüpft an frühere gemeinsame Vorhaben an, darunter das Projekt am Düsseldorfer Behrensbau. Durch die mehrjährige Laufzeit erhält das Unternehmen Planungssicherheit, um gezielt in personelle Kapazitäten, Logistik und Standorte innerhalb Nordrhein-Westfalens zu investieren.
Digitale Plattform und regionale Logistikzentren
Ein wesentlicher Baustein der Vereinbarung ist die Bereitstellung und der laufende Betrieb einer digitalen Bauteilbörse. Über dieses System werden künftig alle zirkulären Prozesse bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen des Landes systematisch erfasst und verwaltet. Ergänzend betreibt Concular regionale Aufbereitungszentren, sogenannte Urban Mining Hubs, an Standorten wie Düsseldorf, Aachen und Detmold.
- —Systematische Erfassung von Umbau- und Rückbauobjekten über Pre-Deconstruction Audits nach DIN SPEC 91484
- —Einspeisung der Bauteile in die Bauteilbörse für die interne Verwendung nach dem Prinzip Design by Availability oder für den externen Vertrieb
- —Zwischenlagerung, manuelle oder technische Aufbereitung sowie Re-Zertifizierung der Materialien in regionalen Hubs
- —Erstellung projektbezogener Ökobilanzierungen (LCA) und Dokumentation über Gebäuderessourcenpässe
Die erfassten Materialien und Bauprodukte stehen primär für interne Sanierungs- und Neubauprojekte des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Ist eine direkte Weiterverwendung innerhalb des Portfolios nicht vorgesehen, erfolgt die Vermarktung an Dritte. Die regionalen Hubs gewährleisten hierbei die Zwischenlagerung und die notwendige Re-Zertifizierung, um einen rechtssicheren Wiedereinbau der Baustoffe zu ermöglichen.
Etablierung im institutionellen Maßstab
Dominik Campanella, Mitgründer und Geschäftsführer von Concular, erklärte anlässlich des Vertragsabschlusses, dass die Entscheidung des größten Liegenschaftsbetriebs Deutschlands die Tragfähigkeit zirkulärer Baukonzepte im industriellen Großmaßstab unterstreiche. Voraussetzung hierfür sei das Zusammenspiel aus Beratung, technologischer Plattform und logistischer Abwicklung. Mit der getroffenen Vereinbarung werde die Grundlage geschaffen, zirkuläre Methoden im öffentlichen Sektor als verbindlichen Standard zu etablieren.














