Der US-amerikanische Investmentriese Blackstone hat im dritten Quartal 2026 die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen, verzeichnete jedoch einen Rückgang des distributierbaren Gewinns um mehr als neun Prozent. Das Private-Equity-Unternehmen begründete diesen Dämpfer zu weiten Teilen mit den Belastungen im gewerblichen Immobiliensektor infolge des anhaltend hohen Zinsniveaus. Der ausschüttungsfähige Gewinn fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,2 Prozent auf $1,72 Milliarden beziehungsweise $1,32 je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Wert von $1,26 je Aktie gerechnet.
Belastungen durch globale Zinsentwicklung
Stephen Schwarzman, Chairman und Chief Executive Officer von Blackstone, ordnete das abgelaufene Jahresviertel als hochgradig komplexes Marktumfeld ein. Ein historischer Anstieg der weltweiten Renditen für Staatsanleihen — US-Treasuries erreichten die höchsten Stände seit Jahrzehnten — trieb die Kapitalkosten spürbar nach oben. Dies habe die Transaktionsaktivität sowie das Anlegerverhalten beeinträchtigt und deutliche Schwankungen an den Märkten hervorgerufen.
Die Erträge im Immobiliensegment des Konzerns gingen um zehn Prozent auf $1,68 Milliarden zurück. Während die Core-Plus-Immobilienfonds im Quartal einen Wertzuwachs von 1,6 Prozent erzielten, mussten die opportunistischen Fonds eine Abwertung um 3,2 Prozent hinnehmen. Zugleich sammelte das Flaggschiff des Hauses, der nicht börsennotierte Immobilienfonds BREIT, im dritten Quartal frisches Kapital in Höhe von $1,3 Milliarden ein.
Fokussierung auf Logistik und Rechenzentren
Jon Gray, President und Chief Operating Officer von Blackstone, erläuterte, dass die gestiegene Zinsvolatilität zu einer Anhebung der Kapitalisierungsraten über das Portfolio hinweg geführt habe. Dieser Umstand sei der primäre Auslöser für die Wertkorrekturen bei den opportunistischen Vehikeln gewesen. Gleichwohl sieht Gray das Unternehmen im Bereich Gewerbeimmobilien weiterhin robust aufgestellt. Die hohe Nachfrage nach Logistikflächen und Rechenzentren stütze das Geschäft wesentlich; diese beiden Segmente machen inzwischen 54 Prozent des weltweiten Immobilienportfolios aus.
Zwar räumte Gray ein, dass ältere Bestandsengagements im Fremd- und Eigenkapitalbereich, speziell in wachstumsschwachen Sektoren, anhaltendem Renditedruck ausgesetzt bleiben dürften. Aufgrund der gezielten Kapitalallokation und der Qualität des Bestands befinde sich das Portfolio jedoch in einer vergleichsweise vorteilhaften Verfassung.
Das gesamte von Blackstone verwaltete Vermögen stieg zum Ende des Quartals im Vorjahresvergleich um zehn Prozent auf $1,37 Billionen. Die Nettomittelzuflüsse beliefen sich im dritten Quartal auf $63,3 Millionen, während über die vergangenen zwölf Monate $167,9 Millionen verzeichnet wurden. Schwarzman hob außerdem hervor, dass insbesondere Investitionen in Rechenzentren langfristiges Wachstum versprechen. Der Bedarf an Rechenleistung für Anwendungen künstlicher Intelligenz beschleunige sich kontinuierlich, während das Angebot an adäquaten Standorten historisch stark limitiert bleibe.














