Die BHB Unternehmensgruppe hat bedeutende Fortschritte bei ihren aktuellen Wohnbauprojekten in München erzielt. Dies umfasst den Neubau ENZIAN im Norden der Stadt, die Revitalisierung und Nachverdichtung der Gründerzeithäuser SPEZI in der Maxvorstadt sowie das Gartenstadt-Ensemble FLORÉAL in Harlaching. Parallel dazu wurde das Modellprojekt MOORITZ im Rahmen des NFG Zukunftspreises VESTA in der Kategorie „Wohnqualität & Zukunft“ ausgezeichnet.
ENZIAN: Skandinavische Prinzipien in Milbertshofen
Das Projekt ENZIAN in Milbertshofen integriert skandinavisches Design, ökologischen Holzbau und das innovative Social-Design-Konzept WohnenPlus. Bereits während der Errichtung der Bodenplatte sind über 60 Prozent der 62 Wohnungen veräußert. Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten tritt das Projekt in die nächste Bauphase ein, die Fertigstellung ist für das kommende Jahr geplant. Das Gebäude wird unter Verwendung von Holz für Decken und tragende Wände realisiert. Dieses Vorhaben befindet sich im Europäischen Leuchtturmquartier ASCEND, nahe dem BMW Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ). Die primär angebotenen Ein- und Zweizimmerapartments richten sich an Personen, die in den umliegenden Unternehmen tätig sind, und fördern das Prinzip kurzer Wege sowie einen autofreien Alltag.
Der Name ENZIAN nimmt Bezug auf die seltene Clusius-Enzian-Blüte, die auf der benachbarten Panzerwiese gedeiht. Die blau lasierte Holzfassade verbindet nordische Lichtästhetik mit der Farbgebung der Blüte und zitiert zudem das Farbleitsystem Otl Aichers der Olympischen Spiele 1972. Die Straße, in der ENZIAN entsteht, ist nach dem Polarforscher Carl Weyprecht benannt. Das Gebäude verkörpert fünf skandinavische Lebensprinzipien, inspiriert durch dessen nordische Expeditionen:
- —Hygge: Geborgenheit
- —Lagom: Das richtige Maß
- —Friluftsliv: Leben im Freien
- —Fika: Kaffeepause als Symbol für Gemeinschaft
- —Allemansrätten: Natur als Raum für alle
Das Freiraumkonzept des ENZIAN, entwickelt von TRR Landschaftsarchitekten, integriert Funktionen der Schwammstadt. Ein Satteldach leitet Regenwasser über sichtbare Rinnen in Geländemulden und intensiv begrünte Retentionsflächen. Ein Tiny Forest aus Moorbirken mit Baumrigolen nach Stockholmer Vorbild ist vorgesehen, der mittels Pflanzenkohle (Biochar) Wasser speichert, Bäume nährt und Kohlenstoff im Boden bindet. Die Freifläche umfasst Nisthilfen für Vögel, Biotope für Libellen und essbare Gärten, inspiriert vom Kopenhagener Restaurant NOMA. Das Element BÅL, eine Koch- und Feuerstelle, ergänzt den Garten. Melanie Hammer, BHB-Geschäftsführerin, betont, dass diese Gestaltung Zugehörigkeit und Gemeinschaft stärkt, indem sie die Entstehung von Nahrung aus der Natur erlebbar macht. Ein identitätsstiftendes Bogen-Motiv in der Architektur, inspiriert von Alvar Aalto und historischen Bögen, prägte den Vertriebserfolg. Die Apartments werden möbliert mit nachhaltigen Designermöbeln skandinavischer Marken, darunter HAY und Johanson, übergeben. Das Mobilitätskonzept umfasst einen eigenen Baukörper namens DRIVHUS, der eine Mobilitätsstation für Pedelecs, Lastenräder und E-Sharing mit einer Fahrradwerkstatt und einem Treffpunkt kombiniert.
Weiterentwicklung in der Maxvorstadt und Harlaching
In der Maxvorstadt demonstriert das Projekt SPEZI die Möglichkeit, Bestandserhalt und zeitgenössische Architektur zu verbinden. Durch die Revitalisierung zweier Gründerzeitbauten und eines Hinterhofgebäudes wird neuer Wohnraum geschaffen und zugleich der Innenhof entsiegelt. SPEZI verzichtet auf Parkplätze und implementiert ein Mobilitätskonzept mit Fahrradhub, wobei der zuvor asphaltierte Innenhof in eine autofreie Stadtoase umgewandelt wird. Das Gesamtkonzept zitiert die Kaffeehauskultur und internationale Einflüsse Münchens und belebt die Gründerzeit- und Salonkultur neu. Bereits die Zwischennutzung LOCI, beispielsweise durch das MUCBOOK Kaffeehaus, etablierte eine Kultur des Austauschs, die im baulichen Konzept fortgeführt wird.
Für das Gartenstadt-Projekt FLORÉAL in Harlaching, das den Gedanken des „Weiterbauens“ aufgreift, liegt nun der Bauvorbescheid vor. Dieses Vorhaben widmet sich der Revitalisierung des Bautyps der sogenannten Kaffeemühle, einer charakteristischen Bauform der Reformzeit in den Münchner Gartenstädten.














