Für das innerstädtische Nachverdichtungsprojekt Westend 100 in der Berliner Reichsstraße 100 steht die architektonische Gestaltung fest. Die Königstadt Gesellschaft für Grundstücke und Industrie mbH hat das zweistufige Wettbewerbsverfahren abgeschlossen. Als Sieger ging das Berliner Büro Plattenbaustudio mit dem Entwurf Flexible Resilience; Gartenhaus Westend hervor. Auf dem rund 1.640 Quadratmeter großen Areal im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf soll eine behutsame Nachverdichtung des Hofraums zusätzlichen Wohnraum schaffen. Neben dem Siegerbüro waren Office ParkScheerbarth sowie das Planungsbüro Holzmann zu dem Verfahren geladen.
Der prämierte Entwurf formuliert einen sechsgeschossigen Baukörper in Holzhybridbauweise mit einer Bruttogrundfläche von etwa 1.650 Quadratmetern. Geplant sind 18 Wohneinheiten mit ein bis drei Zimmern und einer Gesamtwohnfläche von rund 1.180 Quadratmetern. Gestalterisch prägen eine differenzierte Metallfassade sowie ein asymmetrisch geneigtes Dachgeschoss den Baukörper. Besonderer Wert wird auf die Einbindung der Außenanlagen gelegt, indem der bestehende Hof als begrünter Aufenthaltsbereich neu interpretiert wird.
Flexible Grundrisse und Verzahnung mit dem Bestand
Fachpreisrichter Matthias Sauerbruch hob hervor, dass die Hofverdichtung eine sorgfältige Auseinandersetzung mit dem baulichen Umfeld verlangt habe. Der Siegerentwurf überzeuge durch formale Originalität und eine effiziente Raumaufteilung mit flexibel nutzbaren Grundrissen. Jennifer O'Donnell, Partnerin bei Plattenbaustudio, erklärte dazu, dass das Gebäude nicht isoliert, sondern als Teil des gewachsenen Hofensembles fungieren soll. Das Raumkonzept erlaubt es unter anderem, einzelne Zimmer zwischen benachbarten Einheiten flexibel zuzuordnen und somit auf veränderte Lebensphasen der Bewohner zu reagieren.
- —Standort: Reichsstraße 100, Berlin-Westend
- —Wohnraum: 18 Einheiten auf ca. 1.180 Quadratmetern Wohnfläche
- —Konstruktion: Holzhybridbauweise mit profilierter Metallfassade
- —Geplante Realisierung: Ab Mitte 2028
Dem Preisgericht gehörten neben Matthias Sauerbruch und Vera Hartmann auch die Frankfurter Architektin Nicole Kerstin Berganski sowie Hannes Mayer von der Königstadt an. Die kommunale Perspektive vertraten Sahra Schalau und Aleksandra Wojtynska vom Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf. Seitens des Auslobers waren der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Dariush Ghassemi-Moghadam und Geschäftsführerin Heike Lemiss beteiligt. Lemiss betonte die Notwendigkeit, innerstädtische Flächenpotenziale qualitätsvoll zu nutzen, ohne den Bestand und die Freiräume zu beeinträchtigen.
Stiftungsgebundener Hintergrund und Realisierungszeitraum
Die Planungsschritte für Westend 100 werden stufenweise mit dem Siegerteam beauftragt, wobei die Umsetzung ab Mitte 2028 vorgesehen ist. Die Königstadt agiert als langjähriger Bestandshalter in der Region und ist ein Tochterunternehmen der gemeinnützigen Fred & Carla Lottberg Stiftung, die Mittel für spastisch gelähmte Kinder bereitstellt. Nach einem Grundsatzbeschluss der Unternehmensführung werden Neubauprojekte standardmäßig über Architekturwettbewerbe vergeben, wie dies bereits beim Wohn- und Gesundheitshaus MOANOVA in Berlin-Moabit der Fall war.













