Das Bayerische Bauministerium hat den Start der zweiten Phase des Programms „Gebäudetyp-e“ bekanntgegeben. Nach dem anfänglichen Fokus auf den Wohnungsbau liegt der Schwerpunkt dieser Runde auf Bauten für den Bildungssektor, darunter Schul- und Hochschulgebäude. Die Initiative zielt darauf ab, bestehende Normen und Praktiken im Bauwesen kritisch zu hinterfragen, um die Errichtung und den Betrieb von Gebäuden zu vereinfachen und somit Kosten zu reduzieren, ohne die Qualität der Bauwerke zu beeinträchtigen. Der Begriff „e“ im Programmnamen steht dabei für „einfach“ oder „experimentell“.
Der bayerische Bauminister Christian Bernreiter betonte, dass es darum gehe, pragmatische Lösungen für eine breite Anwendung zu identifizieren. Alle interessierten Träger sind eingeladen, ihre Projekte im Bildungsbereich bis zum 30. Oktober 2026 einzureichen. Die Bewerbungen können Neubauvorhaben, Sanierungen oder Umnutzungen umfassen. Gesucht werden Projekte, die entweder bereits erste Entwürfe mit Bedarfsplanung und Raumprogramm aufweisen und noch Anpassungen für das einfache Bauen zulassen, oder solche, die diesen Ansatz bereits in ihre Planung integriert haben.
Erkenntnisse aus der ersten Phase und zukünftige Ziele
Bernreiter wies auf die Erfahrungen aus der ersten Pilotphase hin, in der Ansätze zur einfacheren und bezahlbaren Gestaltung des Wohnungsbaus geprüft wurden. Ein erstes Wohngebäude aus dieser Phase ist bereits fertiggestellt und hat sich in der Praxis bewährt, weitere Projekte folgen im Herbst. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse haben bereits zu Maßnahmen auf Landesebene geführt, wie den Modernisierungsgesetzen, dem Entwurf des Bayerischen Bauturbo-Gesetzes und der entschlackten sozialen Wohnraumförderung. Der Minister forderte den Bund auf, ebenfalls flexiblere Regelungen im Zivilrecht zu ermöglichen, um eine breite Umsetzung des Gebäudetyps-e rechtssicher zu gestalten.
Bildungseinrichtungen wie Schulen, Hochschulen sowie vergleichbare Lehr- und Fortbildungseinrichtungen erfüllen eine zentrale Rolle als Orte der Wissensvermittlung, der Begegnung und der persönlichen Entwicklung. Sie prägen das gesellschaftliche Verständnis von Bildung und tragen zur Identität der gebauten Umwelt bei. Angesichts kontinuierlich gestiegener Raumbedarfe, Komfortstandards sowie Anforderungen an Energieeffizienz und Ausstattung, die eine Erhöhung der Baukosten zur Folge hatten, sollen nun gezielt überzogene Regeln und technische Standards im Bildungsbau identifiziert und reduziert werden. Dies soll den Bau und Betrieb effizienter und wirtschaftlicher machen. Die ausgewählten Projekte sollen hierbei beispielgebend neue Wege aufzeigen.
Die neuen Pilotvorhaben werden, analog zur ersten Phase, wissenschaftlich begleitet. Das übergeordnete Ziel ist es, Erkenntnisse zu generieren, die auf andere vergleichbare Projekte übertragbar sind und das gewonnene Wissen breit zugänglich zu machen. Die Bewerbungsunterlagen stehen auf der Website www.gebaeudetyp-e.bayern.de zum Abruf bereit. Für weiterführende Informationen zum Bewerbungsprozess können sich interessierte Träger an das Referat 27 des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr wenden.














