Sprache
DEEN
Marktanalyse··2 min

Bauträgerinsolvenzen steigen seit 2022 um 119 Prozent

Eine Untersuchung der Prognos AG im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes belegt einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen im Bauträgersektor sowie wachsende Risiken für Erwerber.

KI-generiertBauträgerinsolvenzen steigen seit 2022 um 119 Prozent – KI-generiertes Symbolbild
Bauträgerinsolvenzen steigen seit 2022 um 119 Prozent. Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt. Das Bild zeigt keine real existierende Immobilie, Person oder Situation und ist kein dokumentarisches Foto. Kennzeichnung gemäß Art. 50 Abs. 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (KI-VO/AI Act). Mehr zur KI-Transparenz.

Die wirtschaftliche Belastung im Wohnungsbausektor schlägt sich zunehmend in den Insolvenzzahlen nieder. Wie eine aktuelle Untersuchung der Prognos AG im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB) zeigt, stieg die Zahl der erfassten Bauträgerinsolvenzen in Deutschland von 141 Fällen im Jahr 2022 auf 309 Fälle im Jahr 2025. Dies entspricht einer Zunahme um rund 119 Prozent. Dr. Andreas Sachs, Experte der Prognos AG, stellte die Ergebnisse anlässlich des Baupolitischen Forums des BSB in Berlin vor.

Die Analyse stützt sich auf Daten des Informationsdienstleisters North Data und weist für den Zeitraum von 2018 bis 2025 insgesamt 1.414 Insolvenzverfahren aus. Dieses Volumen liegt etwa 20 Prozent über den amtlichen Werten des Statistischen Bundesamtes. Der Unterschied begründet sich darin, dass die Untersuchung auch Unternehmen einbezieht, die den Bauträgerbetrieb als Nebengeschäft führen. Seit dem Jahr 2023 zeigt sich ein anhaltender Aufwärtstrend, der das gesamte Marktgeschehen prägt.

Verschiebung zu größeren Projektgesellschaften

Parallel zu den Fallzahlen wachsen die finanziellen Dimensionen der Ausfälle. Seit Beginn der Zinswende geraten verstärkt kapitalstarke Bauträger in Liquiditätsengpässe. Im Jahr 2025 wiesen rund 14 Prozent der erfassten Unternehmen mit bekannten Finanzdaten Verbindlichkeiten von mindestens 7,5 Millionen Euro auf. Bis zum Jahr 2022 lag dieser Anteil bei lediglich rund fünf Prozent. Durchschnittlich fielen die Verbindlichkeiten je Insolvenzfall zwischen 2022 und 2025 um 82 Prozent höher aus als im Vergleichszeitraum von 2018 bis 2021.

BSB-Geschäftsführer Henrik Fork-Weigel betonte, das tatsächliche Ausmaß der Krisenfälle übertreffe bisherige Annahmen deutlich. Eine Besserung der Lage zeichne sich nicht ab. Weil größere Bauträger scheitern, vervielfacht sich die Zahl der betroffenen Käufer je Einzelfall. Zudem bremst die Entwicklung den Wohnungsneubau spürbar: Bei Insolvenzen der obersten Größenklasse verringert sich das fertiggestellte Wohnraumvolumen in einem typischen Landkreis laut der Studie um drei bis fünf Prozent.

Forderung nach Anpassungen im Bauvertragsrecht

Für private Erwerber birgt ein Baustopp erhebliche wirtschaftliche Gefahren. Sie leisten turnusmäßige Abschlagszahlungen nach Baufortschritt, während das Eigentum am Grundstück bis zur finalen Umschreibung beim Bauträger verbleibt. Neben doppelten Belastungen durch Miete und Bauzeitzinsen drohen erhebliche Kosten für Gutachter, Rechtsbeistand und Ersatzvornahmen. Fork-Weigel mahnte daher gesetzliche Schutzvorkehrungen an, um das Vertrauen in den Erwerb von Wohneigentum zu stabilisieren.

  • —Wiedereinführung des Teilkündigungsrechts im BGB, um den werkvertraglichen Teil bei Vorliegen eines wichtigen Grundes kündigen zu können, ohne die Auflassungsvormerkung zu verlieren.
  • —Verpflichtende Absicherung von Abschlagszahlungen über ein Modell, bei dem 96,5 Prozent des Kaufpreises erst bei Bezugsfertigkeit und Besitzübergabe fällig werden.
  • —Alternativ die Absicherung von Raten nach der Makler- und Bauträgerverordnung durch ein gesetzlich verankertes Rückabwicklungsrecht im Insolvenzfall.

Bereits 2019 hatte eine Arbeitsgruppe des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz entsprechende Reformansätze erarbeitet. Auch die im Jahr 2026 vorgelegte Evaluation der Bauvertragsrechtsreform sowie der geltende Koalitionsvertrag formulieren Prüfaufträge zum Insolvenzschutz. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, diese Initiativen nun zügig in verbindliche Gesetzgebungsverfahren zu überführen.

Auf der Suche
nach einem
Immobilienmakler?

Michael Freitag — Gründer FREITAG® Immobilien
Michael Freitag
Gründer der FREITAG® Immobilien GmbH
Über 15 Jahre Erfahrung in Bayern & Umland
— FREITAG Immobilien

Ihr diskreter Partner für institutionelle Transaktionen im DACH-Raum.

Als Premium-Immobilienkanzlei mit Sitz in München begleiten wir Investoren, Family Offices, Bauträger und Bestandshalter bei Ankauf, Verkauf und Bewertung von Wohn-, Zins- und Gewerbeobjekten — vertraulich, marktnah und auf Augenhöhe.

3.600+
Gemeinden im Marktradar
48 h
Erst­einschätzung Ihres Objekts
Off-Market
Diskreter Käuferkreis
DACH
DE · AT · CH
— Vertraulicher Kontakt

Sprechen wir über Ihr Portfolio.

Ankaufsprofile, Off-Market-Opportunitäten, Bewertungen oder Projektentwicklungs-Anfragen — wir antworten persönlich innerhalb von 24 Stunden, NDA selbstverständlich.

Telefon
+49 (0) 89 158 90 140
E-Mail
E-Mail anzeigen
Sitz
München
— Weitere News
— Meistgelesen im Journal