Die Entwicklung der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland zeigt weiterhin einen positiven Verlauf. Im August 2026 wurden insgesamt 20.600 Wohneinheiten genehmigt, was einer Zunahme von 6,8 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres entspricht. Kumuliert über den Zeitraum von Januar bis August 2026 summiert sich die Anzahl der genehmigten Wohnungen auf 169.400. Dies markiert einen Anstieg von 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Besonders hervorzuheben ist die Dynamik im Segment der Mehrfamilienhäuser. Hier wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 90.600 Wohnungen genehmigt. Dies entspricht einer Steigerung von 14,5 Prozent gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
Potenzial des Gebäudetyps E nutzen
Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), kommentiert die Entwicklung: Sie führte aus, dass das Anziehen der Baugenehmigungszahlen primär den vorhandenen Willen zum Bauen verdeutliche. Zugleich betonte sie eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Wunsch zu bauen und der tatsächlichen Fertigstellung. Ein nachhaltiger Aufschwung der Bauaktivität sei demnach nur erreichbar, wenn die Baukosten signifikant gesenkt werden könnten.
Zur Realisierung dieser Kostensenkungen sei der Gebäudetyp E in seiner rechtssicheren Ausgestaltung dringend erforderlich. Özkan wies darauf hin, dass das Eckpunktepapier zum Gebäudetyp E bereits seit nahezu einem Jahr vorliege und es nun an der Zeit sei, dessen Potenzial zügig zu erschließen, anstatt es ungenutzt zu lassen.
Verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen
Neben dem Gebäudetyp E sind für Investitionen im Wohnungsbau verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich. Der ZIA fordert eine langfristig planbare Förderkulisse, die Schaffung besserer steuerlicher Anreize durch eine praxistaugliche Sonderabschreibung (Sonder-AfA) sowie stabile Finanzierungsbedingungen.
- —Langfristig planbare Förderkulisse
- —Praxistaugliche Sonder-AfA
- —Stabile Finanzierungsbedingungen
Der Invest in Germany Summit der Bundesregierung am 19. und 20. Oktober wird in diesem Kontext als wichtiges Signal gewertet. Der ZIA begrüßt die offensive Werbung der Bundesregierung um Investoren, auch für den Wohnungsbau. Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum sei auf privates Kapital angewiesen, während Diskussionen über Vergesellschaftungen oder Eingriffe in Eigentumsrechte Unsicherheit schaffen und dringend benötigte Investitionen hemmen.














