Für das Areal an der Königstraße 30/32 in Stuttgart wurde ein architektonischer Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Neun ausgewählte nationale und internationale Planungsteams sind eingeladen, Entwürfe für eine zukunftsfähige Gestaltung des Gebäudes und des angrenzenden Stadtraums zu erarbeiten. Der Wettbewerb, initiiert von der Dinkelacker AG, erfolgte in enger Abstimmung mit der Landeshauptstadt Stuttgart und wird gemäß den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) durchgeführt. Die Koordination und Steuerung obliegt dem Büro luchterhandt & partner aus Hamburg.
Die Einbindung städtischer Gremien erfolgte bereits in einem frühen Stadium. Der Bezirksbeirat Stuttgart-Mitte befasste sich am 14. September mit der Auslobung und dem Verfahren. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik stimmte am 22. September der vom Referat für Städtebau, Wohnen und Umwelt vorgelegten Beschlussvorlage zur Durchführung des Wettbewerbs zu. Dies unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens für die Stadtentwicklung Stuttgarts.
Standortspezifische Herausforderungen und Potenziale
Das Gebäude Königstraße 30/32 prägt das Stuttgarter Stadtbild seit rund 60 Jahren und repräsentiert einen Teil des brutalistischen Ensembles der früheren „Planieüberplattung“. Das Umfeld, eingebettet zwischen Königstraße, Schlossplatz, Kunstmuseum und Kleinem Schlossplatz, hat sich in den letzten Jahrzehnten signifikant gewandelt. Aktuell kann das Bestandsgebäude nach diversen Umbauten die Anforderungen an Technik, Sicherheit, Energieeffizienz und flexible Nutzbarkeit nur noch bedingt erfüllen, was eine umfassende Neukonzeption erforderlich macht.
Die Dinkelacker AG setzt aufgrund der prominenten Lage und der historischen Bedeutung des Standorts auf ein transparentes und fachlich fundiertes Wettbewerbsverfahren. Es wird keine bauliche Vorentscheidung getroffen. Die Planungsteams sollen die Optionen Erhalt, Teilerhalt, Umbau oder Neubau untersuchen und ihre Vorschläge anhand städtebaulicher, architektonischer, funktionaler, ökologischer und wirtschaftlicher Kriterien sachlich bewerten. Ziel ist die Entwicklung einer langfristig tragfähigen Perspektive für das Gebäude und den öffentlichen Raum.
Ganzheitlicher Ansatz für Gebäude und Stadtraum
Der Fokus des Wettbewerbs erstreckt sich über das Gebäude hinaus auf die Freiraumgestaltung des Umfelds zwischen Königstraße, Kleinem Schlossplatz und Kanzleistraße. Gefragt sind Lösungen, die die Aufenthaltsqualität steigern, Wegebeziehungen optimieren, barrierefreie Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Höhenniveaus schaffen und Ansätze für Begrünung, Verschattung sowie Klimaanpassung integrieren. Dieser umfassende Ansatz soll eine harmonische Integration in das städtische Gefüge gewährleisten.
- —Neun Planungsteams entwickeln Entwürfe im Rahmen eines kooperativen Verfahrens.
- —Die erste Arbeitsphase umfasst die Erarbeitung städtebaulicher und hochbaulicher Grundkonzepte.
- —Eine Zwischenpräsentation dient der qualitativen Bewertung durch das Preisgericht.
- —Die abschließende Entscheidung des Preisgerichts ist für März 2027 terminiert.
Zur Sicherstellung der Transparenz und Nachvollziehbarkeit für die Öffentlichkeit wurde die Projektwebsite www.zukunftsort-koenigstrasse-30-32.de freigeschaltet. Dort werden kontinuierlich Informationen zum Projekt, den einzelnen Verfahrensschritten und dem Verlauf des Wettbewerbs bereitgestellt. Ergänzende Dialog- und Informationsangebote sind vorgesehen, um die Entwicklung des Standorts umfassend zu begleiten und ein breites Verständnis zu fördern.














