An der Ostküste Baja Californias, im Übergangsbereich zwischen der Wüste und der Sea of Cortés, wird mit Amanvari ein neues Resort realisiert. Das Projekt basiert auf einem ursprünglichen architektonischen Konzept von Heah & Co. Die Planung und Gestaltung des Resorts mit seinen 18 Casitas erfolgte durch Elastic Architects. Dabei wurden die Kernprinzipien von Aman, wie Großzügigkeit, Privatsphäre und ein respektvoller Umgang mit der Natur, maßgeblich berücksichtigt. Das gesamte architektonische Ensemble ist darauf ausgerichtet, eine nahtlose Verbindung zwischen Innen- und Außenräumen zu schaffen und die Gäste auf subtile Weise mit der Umgebung zu interagieren.
Die Gestaltung des Resorts nimmt Bezug auf die prägenden Landschaftsformen der Region: die Wüste, die Lagune, das Meer und die Berge der Sierra de la Laguna. Das Resort gliedert sich in eine fließende Abfolge von Räumen, die vom Ankunftsbereich über eine bestehende Lagune bis zur Küstenlinie führen. Diese Konzeption eröffnet mit jedem Schritt neue Perspektiven auf die vielfältigen Ökosysteme der Umgebung und fördert ein Gefühl der Ruhe sowie eine tiefe Verbundenheit zur Landschaft. Die Lagune dient dabei als natürlicher Orientierungspunkt, während der Horizont stets präsent bleibt und durch großzügige Fensterflächen in den öffentlichen Bereichen sowie in den Casitas eingerahmt wird.
Architektonische Umsetzung und Materialität
Die Casa Grande bildet das zentrale Element des Resorts, wo sich die Einflüsse von Wüste und Meer konzeptionell vereinigen. Hier prägen offene Bereiche, hohe Decken und weitläufige Öffnungen das Bild, die den ungehinderten Fluss von Licht und Meeresbrise ermöglichen. Erhöhte Terrassen scheinen über der Vegetation und dem Wasser zu schweben und bieten weite Ausblicke auf die Sea of Cortés. Die freistehenden Casitas, jeweils 82 Quadratmeter groß, greifen dieses Gestaltungskonzept auf. Sie bestehen aus Sichtbeton und tropischen Harthölzern, deren Materialien die natürlichen Farben und Strukturen der Landschaft aufgreifen. Ihre Lage variiert von inmitten eines Palmenhains über leicht erhöhtem Gelände bis direkt am Wasser.
Jede Casita verfügt über eine großzügige Terrasse von 160 Quadratmetern, die beheizte Pools, Außenduschen und Feuerstellen umfasst und den Wohnraum nach außen erweitert. Die Ausrichtung der Wohn- und Schlafbereiche wurde optimiert, um das wechselnde Licht der Baja California im Tagesverlauf optimal einzufangen. Die Materialauswahl ist klar und zurückhaltend: Iroko-Holz prägt Architektur und Möblierung, champagnerfarbener Kalkstein für Waschtische spiegelt die Farbtöne der Region, und Vermont Beige Marmor veredelt Böden und Wände. Schwarzer Caledonia-Granit verleiht den Wasserflächen eine spiegelähnliche Wirkung. Sichtbeton, vor Ort von lokalen Handwerkern gemischt und verarbeitet, verbindet Innen- und Außenbereiche zu einer zeitlosen Einheit.
Kunst und Kultur im Einklang mit der Natur
Das Kunstkonzept des Amanvari ist tief in der mexikanischen Kultur verankert und rückt die Landschaft in den Mittelpunkt. Es verbindet zeitgenössisches mexikanisches Design mit traditioneller Handwerkskunst. Beteiligte Künstler und Studios sind unter anderem Encrudo Studio, Tomás Díaz Cedeño von Disciplina Studio, Charabati Bizzarri und Aura Carpio. Ihre Werke thematisieren Geologie, Zeit, Erosion und den Wandel der Natur. Eine Installation im Eingangsbereich der Casa Grande, gestaltet von Abi und Luisa Calvete von EXTRA NEUTRO, ist eine reliefartige Kuppel mit einer strukturierten Oberfläche, deren Fertigung rund 1.000 Arbeitsstunden beanspruchte. Sie ist von Nummuliten, ausgestorbenen Meeresmikrofossilien, inspiriert und symbolisiert persönliches Wachstum.
Im Luma, dem mexikanischen Küstenrestaurant, setzt Walther Alcala von Raiz Studio mit handgefertigten Keramikgefäßen der Serie TIERRA, hergestellt aus Ton aus Jalisco, die Tradition mexikanischer Keramikkunst fort. Diese Objekte werden vollständig von Hand geformt, gebrochen und neu zusammengesetzt. Im italienischen Restaurant Arva ergänzt ein historischer Wasserkrug aus Keramik und Terrakotta aus Puebla die Sammlung, während in den Casitas Werke von Arozarena de la Fuente die Themen Erosion und Erdveränderungen aufgreifen. Ergänzt werden diese durch skulpturale Keramiken von Tomás Díaz, welche die traditionelle Handwerkskunst betonen.














