Die jüngste Erhebung im Rahmen des Aengevelt-Wohninvestment-Index (AWI) zeichnet ein eindeutiges Bild der aktuellen Wohnungsmarktlage: Rund 96 Prozent der befragten Marktakteure erwarten in naher Zukunft eine unverändert hohe oder weiter steigende Nachfrage nach Mietwohnungen. Das Immobilienhaus Aengevelt befragt für die Erhebung zweimal jährlich bundesweit institutionelle und private Eigentümer, Investoren, Dienstleister, Finanzinstitute, Verwalter sowie Sachverständige. Lediglich vier Prozent der Befragten prognostizieren einen Nachfragerückgang, der sich im Wesentlichen auf strukturschwache ländliche Regionen beschränken dürfte.
Deutlicher Trend zu gehobenen Wohnqualitäten
Die Zuwächse konzentrieren sich vor allem auf das Segment hoher Wohnqualitäten. In guten Lagen gehen 64 Prozent der Befragten von einem weiteren Anstieg der Nachfrage aus, während dieser Wert für mittlere Lagen bei 57 Prozent und für einfache Lagen bei 50 Prozent liegt. Das Segment der einfachen Lagen bildet zugleich den einzigen Teilbereich, in dem mit zwölf Prozent ein messbarer Anteil der Akteure mit einer rückläufigen Mietnachfrage rechnet.
Das Wohnungsangebot vermag mit diesem Zuwachs nicht Schritt zu halten. Über sämtliche Qualitätsstufen hinweg erwarten lediglich zwölf Prozent der Marktteilnehmer eine Zunahme des Mietwohnungsangebots, während 33 Prozent von rückläufigen Beständen ausgehen. Aus dem Zusammenspiel beider Entwicklungen resultiert eine Fortdauer oder Verschärfung des bestehenden Wohnungsmangels in vielen Marktregionen. Signale für eine spürbare Entspannung sieht das Analysehaus derzeit nicht.
Steigende Miet- und Kaufpreiserwartungen in guten Lagen
Das anhaltende Ungleichgewicht spiegelt sich deutlich in den Mietpreiserwartungen wider. Insgesamt 69 Prozent der Marktteilnehmer kalkulieren mit steigenden Wohnungsmieten. Als maßgebliche Treiber gelten die gestiegenen Grundstücks-, Bau- und Finanzierungskosten in Verbindung mit der wachsenden Angebotsverknappung. Außerdem rechnen über 90 Prozent der Befragten mit einem Anstieg der Wohnnebenkosten.
- —Gute Lagen: 75 Prozent der Befragten erwarten steigende Nettokaltmieten, während nur sieben Prozent von sinkenden Mieten ausgehen. Bei den Kaufpreisen überwiegen steigende Erwartungen mit 30 Prozent gegenüber 21 Prozent sinkenden Werten.
- —Mittlere Lagen: 70 Prozent prognostizieren Mieterhöhungen, während sich die Kaufpreiserwartungen moderater darstellen.
- —Einfache Lagen: Während 54 Prozent noch mit Mietsteigerungen rechnen, erwarten 39 Prozent der Befragten sinkende Kaufpreise und lediglich 16 Prozent einen Preisanstieg.
Nach Einschätzung von Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien, gehe die tatsächliche Nachfrage an den aktuellen Schwerpunkten der Wohnungspolitik vorbei. Während sich die Debatten vorrangig auf das Segment preisgünstiger Wohnungen fokussierten, verlange die Mehrheit der Mieter nach höheren Wohnqualitäten. Die Neubauaktivitäten blieben trotz dieses Nachfrageüberhangs gedämpft, da politische Auflagen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene die Wirtschaftlichkeit von Wohnungsbauinvestitionen neben dem aktuellen Zinsniveau zusätzlich belasten.














